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 1. Kapitel ~Das selbe Ziel~

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Enrico
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BeitragThema: 1. Kapitel ~Das selbe Ziel~   Do Mai 05, 2011 6:47 pm

1. Kapitel
~Das selbe Ziel~


Sie stand vor dem nussbraunen Schreibtisch ihres Vaters, als wir zu Tür herein kamen. Obwohl ich ein und aus ging im Hause Longhard hatte ich sie bisher nur auf Bildern gesehen. Sie hatte die Hände weit auseinander auf die Tischblatte gelegt und stützte sich auf ihre Arme. Ihre langen schwarzen Haare fielen ihr von den Schultern und rollten sich auf dem Tisch in Strähnen zusammen. Ihren Bussen presste sie gegen das Holz. Sie trug ein kurzes schwarzes Kleid, das oberhalb ihrer Hüften endete. Ihr praller Apfelhintern zog meinen Blick in seinen Bann. Ich folgte ihren langen Beinen bis auf den Boden und zu den hochhackigen Stiefeln, in denen ihre Füße steckten. Sie geizte nicht mit ihren Reizen, das musste man ihr lassen.

“Wieso willst du diese beiden Idioten auch noch schicken? Traust du mir den Job nicht zu? Seid wann brauch ich bei der Arbeit Hilfe?”, schrie sie. Ich zog eine Augenbraue in die Höhe und blieb in der offenen Tür stehen. Meinte sie Toni und mich damit? Hatte Aaron tatsächlich vor uns gemeinsam loszuschicken? Waren die Männer, die wir erledigen sollten, wirklich so gefährlich?
“Du tust was ich dir sage, oder du suchst dir endlich eine Lehrstelle und lernst was vernünftiges, so wie es deine Mutter gewollt hätte!”, entgegnete Aaron ihr. Der Mann ende Fünfzig saß in seinem weinroten Ledersessel hinter dem Schreibtisch. Er verzog keine Mine. Seine Stimme hielt er auf Zimmerlautstärke. Seine Körperhaltung war wie immer souverän und ausgeglichen. Seine Autorität erfüllte den Raum, er musste seine Tochter nicht übertönen.
Gespannt sah ich von ihm zu ihr. Wie sie wohl reagieren würde?
“Mutter ist tot, hör auf sie ständig ins Spiel zu bringen! Ich bin alt genug und habe meinen Weg längst gewählt …”
“Ja, und was für einen”, fiel Aaron ihr ins Wort, “Du hast nicht einmal einen anständigen Mann an deiner Seite!”
“Lass Sam da raus! Ich will diesen Job allein erledigen!”
“Sie werden dich begleiten, das ist mein letztes Wort!”, entgegnete er ihr trocken. Ich konnte sehen wie sich ihre Hände zu Fäusten ballten.
“Das werden wir ja noch sehen!”, knurrte sie. Sie richtete sich auf und drehte ihrem Vater den Rücken zu. Als sie in unsere Richtung sah verdunkelte sich ihr Blick zusehends. Ihr nussbraunen Augen fixierten mich, ihre Lippen verzogen sich zu einer grimmigen Fratze. Ich konnte nicht anders, ich musste sie anlächeln. Mir gefiel ihr gefährlicher Blick. Ob ich sie dazu überreden konnte, mit mir auszugehen, wenn dieser Job erledigt war?
Mit festen Schritten kam sie auf mich zu. Als sie an uns vorbei ging stieß sie mich absichtlich an. Für einen Moment blieb sie auf meiner Höhe stehen und flüsterte mir zu:
“Ihr haltet euch raus, sonst könnt ihr euch mit diesen Kerlen beerdigen lassen.” Während sie hinter uns verschwand, sah ich ihr nach. Mein Blick folgte ihrem Hüftschwung. Von ihr würde ich mich freiwillig erschießen lassen.
“Geht ihr nach, sie zeigt euch den Club in dem ihr aufräumen sollt”, hörte ich Aaron sagen. Es fiel mir schwer meinen Blick von Judy abzuwenden und ihn anzusehen.
“Hör auf meiner Tochter auf den Hintern zu starren, Enrico, sie ist verlobt!”, knurrte er. Ich schmunzelte vor mich hin und wich seinem Blick aus. Er hatte mich erwischt.
“Passt auf sie auf Jungs, sie kann zwar mit einer Pistole umgehen, aber weis sich selbst nicht zu schützen!”, fuhr Aaron in einem freundlicheren Ton fort. Scheinbar verzieh er mir meinen Ausrutscher ohne ein weiteres Wort darauf zu verschwenden. Ich sah wieder auf. Glaubte er wirklich das seine Tochter Schutz brauchte. Was ich bisher von ihr gehört hatte, musste man sich vor ihr schützen.
“Na toll, noch so eine”, brummte Toni. Ich konnte seinen Blick auf mir spüren, als er weiter sprach:
“Es reicht mir auf ihn aufpassen zu müssen.” Ich warf meinem besten Freund einen grimmigen Blick zu. Ich konnte mittlerweile auf mich selbst aufpassen. Nur weil er besser mit seiner Pistole umgehen konnte, musste er sich noch lange nicht als Leibwächter aufspielen. Ich war inzwischen ein mindestens genau so guter Cleaner wie er.
“Ihr macht das schon!”, waren Aarons letzte Worte, mit denen er uns offensichtlich entließ. Er winkte uns aus dem Raum und brannte sich eine Zigarre an. Ich drehte mich um, um zu gehen. Toni folgte mir, als wir aus der Tür traten und Judy nach gingen. Sie war inzwischen schon durch den langen Flur gegangen. Sie würde sicher nicht auf uns warten. Wir mussten uns beeilen, wenn wir nicht den Anschluss verlieren wollten. Ich ging einen Schritt schneller, um sie einzuholen. Mein Blick folgte ihren federnden Schritten und landete schließlich wieder bei ihrem eleganten Hüftschwung. Wie der wohl ohne das Kleid aussah?
Ich spürte Tonis Ellenbogen in meinen Rippen. Verwirrt sah ich zur Seite. Seine Augen musterten mich mahnend.
“Hast du Aaron nicht zugehört?”
“Doch, und?“
“Du sollst aufhören sie so anzustarren!“, belehrte er mich.
“Was Aaron nicht weis macht ihn nicht heiß. Außerdem hat er nur von ihrem Hintern gesprochen. Dann konzentrier ich mich eben mehr auf ihren Bussen.” Ich musste über meine eigenen Worte schmunzeln. Was war auch so schlimm daran einer schönen Frau hinterher zu sehen?
“Du bist so was von krank. Die ist drei Nummern zu groß für dich!”
“Sag bloß sie lässt dich vollkommen kalt?”, wollte ich von ihm wissen, während wir die Villa verließen und ins Freie traten.
“Hallo? Sie ist verlobt!”
“Ja und? Sie muss ja nicht verlobt bleiben!”, entgegnete ich ihm.
“Du bist echt ein hoffnungsloser Fall. Ich hoffe sie tritt dir kräftig in deine Eier wenn du ihr zu nah kommst.”
“Wenn ich ihr davor nah genug kommen durfte, darf sie das meinetwegen gern tun!” Toni schüttelte mit dem Kopf und schwieg. Ich liebte es seine Worte immer wieder zu kontern, bis er aufgab. Triumphierend grinste ich ihn an.

Wir hatten Judy noch immer nicht eingeholt. Vor uns stieg sie auf ihr Motorrad und fuhr los. Wir mussten uns beeilen. Ich lief los, Toni folgte mir. Gemeinsam erreichten wir unsere Maschinen. Wir stiegen auf und fuhren ihr nach.

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Nur wer die Hölle kennt, weiß den Himmel zu schätzen.
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