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 1. Kapitel ~Die Familie geht vor~

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Enrico
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BeitragThema: 1. Kapitel ~Die Familie geht vor~   Do März 17, 2011 2:04 pm

1. Kapitel
~Die Familie geht vor~

Mein Motorrad bebt unter mich, die Maschine heult auf, als ich sie zur Höchstleistung antreibe, doch immer noch fährt sie mir nicht schnell genug. Die Tachonadel ist an der 190 km/h Marke festgewachsen. Warum zum Teufel muss dieser scheiß Highway auch bergauf gehen?
Mein Blick fällt in den Seitenspiegel, dieser verdammte Streifenwagen ist mir noch immer auf den Fersen. Wie ich das hasse! Ich habe nichts mit der Schlägerei in dieser dreckigen Bar zu tun. Wenn sie wenigstens die Szene zuvor mitbekommen hätten, als ich den Besitzer umgelegt habe, der seine Schulden nicht zahlen wollte, dann könnte ich den Kugelhagel verstehen, der mir nun um die Ohren fliegt.

In Schlangenlinien versuche ich ihren Schüssen auszuweichen und die Autos zu überholen, die mir den Weg versperren. Ich spüre das heftige Klopfen meines Pulses an der Kehle, in meinen Ohren saust ein nerviger Pfeifton, über meine Haut zieht sich ein unangenehmes Kribbeln, ich spüre förmlich, wie sich jedes Haar an meinem Körper aufstellt und mein Blut durch meine Adern schießt. Mein Körper wird spürbar leichter, im Adrenalinrausch bekomme ich ein Gefühl von Schwerelosigkeit.
Ich sehe noch einmal in den Rückspiegel, der Streifenwagen hat aufgeholt, einer der Beamten hat den Arm aus dem Fenster gelehnt und zielte mit seiner Dienstwaffe auf mich. Ich schlage einen Hacken um den nächsten PKW und scherte vor einem Lastwagen ein. Als ich in seinem Schatten verschwinde, spüre ich einen heftigen Schlag an meinem linken Arm. Mein Magen verkrampft sich, mir wird augenblicklich schlecht. Haben sie mich getroffen? Ich weiß es nicht, ich spüre keinen Schmerz, nur ein dumpfes Gefühl der Taubheit, die sich durch meinen Arm, bis in die Fingerspitzen zieht. 
Ich verschwende keinen Blick an die Verletzung, so lange ich die Maschine noch halten kann, ist alles in Ordnung. 

Im Augenwinkel erkenne ich einen Schatten, ein schwarzes Motorrad nähert sich mir von der Seite und schiebt sich neben mich vor den Lastwagen. Ich muss nicht hinsehen um zu wissen, dass es mein Leibwächter ist. Ich atme auf, während ich seine Nähe förmlich spüren kann, ein Gefühl von vertrauter Sicherheit überkommt mich. Er nickt mir zu, um mir zu sagen, dass bei ihm alles in Ordnung ist. Ich erwidere seine Geste und deute gleichzeitig, mit einem leichten Schwenken des Kopfes an, dass wir den Highway bei der nächsten Ausfahrt verlassen sollten. Hier fahren wir uns tot und können bei dieser Geschwindigkeit noch nicht einmal zurückschießen. Sie sollen uns in die Innenstadt folgen, dann werden sie mit Tonis Treffsicherheit Bekanntschaft machen und die Verfolgung endlich abbrechen, hoffe ich. Toni versteht, was ich von ihm will, als ich nach rechts Richtung Innenstadt auf die Ausfahrt abbiege, folgt er mir. 

Das Blaulicht und Sirenengeheul begleitet uns. Nur noch ein Stück, bete ich, sie sollen ihre Waffen wenigstens ruhen lassen, bis wir über der Brücke sind, dann wird der Verkehr dichter werden und auch sie werden ihr Tempo drosseln müssen. Ich sehe zu Toni und an ihm hinab. Er trägt zwei Pistolen auf dem Rücken, zwischen Gürtel und Hosen, seine Jacke verdeckte beide, aber ich weiß, dass sie dort sind. Sein Blick folgt meinem, dann nickt er beiläufig, er hat seine Aufgabe verstanden. 

In Schlangenlinien umfahren wir den immer dichter werdenden Verkehr, die Sirene hinter uns werde leiser. Kann es sein, dass sie mit uns nicht mehr mithalten können? Ich behalte ihr Blaulicht im Seitenspiegel im Auge, es wird tatsächlich kleiner und verliert an Leuchtkraft. Ich seufze erleichtert und fahre von der Hauptstraße in eine enge Gase. Auf unseren Schleichwegen ist der Verkehr flüssiger, wir bauen unseren Vorsprung aus, bis sich die Lichter und Sirenengeräusche ganz verlieren. Eine Welle der Erleichterung durchströmt mich, wir sind ein weiteres Mal entkommen. Das freudige Gefühl weicht jedoch schnell einer wachsenden Müdigkeit. Meine Konzentration lässt nach, meine Augenlider werden immer schwerer, ein seltsames Brennen erfüllt meinen Oberarm und erinnert mich an die Schießerei von eben. Das ich getroffen wurde, habe ich schon wieder vergessen gehabt.

Ich stoppe meine Maschine in einer Seitenstraße. Toni fährt an mir vorbei und kommt erst einige Meter vor mir zum Stehen. Als er zurück sieht kann ich seinen besorgten Blick durch den Helm hindurch auf mir spüren. 
Ich stelle beide Beine auf dem Asphalt ab und lege die Arme über Kreuz auf den Lenker, den Kopf lasse ich auf meine Unterarme fallen. Noch immer kann ich meinen Herzschlag bis zur Kehle spüren, mein Blut rast durch jede Ader meines Körpers, mein Atem flüchtet rau und kratzig aus meiner Lunge. Das leichte, beflügelte Gefühl von eben verschwindet, mein Körper wird unerträglich schwer. 
Er verlangt schon seit 14 Stunden nach einer Pause, aber meine Gedanken drehen sich unaufhörlich um all die Dinge, die ich noch zu erledigen habe: 
In Eriks Lokal gibt es ständig Stress mit einer kleineren Gang, die sich hervortun will und die chaotischen Zustände, in denen wir seit Michaels und Aarons Tod leben, auszunutzen versucht. Erik hat mich gebeten, etwas zu unternehmen. Wenn uns die Bullen nicht aufgehalten hätten, wären wir jetzt längst bei ihm und die Sache wäre aus der Welt. Am Pier hätten wir auch schon vor einer Stunde sein müssen, um das Geschäft mit der neuen Lieferung dingfest zu machen. Das kann ich nun ebenfalls vergessen. Ich vermeide es die tausende Doller im Geiste zu zählen, die uns da verloren gegangen sind. 
Die Erbschaftsangelegenheiten meines getöteten Schwiegervaters hätte ich auch längst klären müssen. Das Vermögen und die alte Villa, irgendwem muss ich damit beauftragen, sich um beides zu kümmern. 
In gut drei Stunde muss ich am Dojo sein und meine neuen Schützlinge einweißen und zu allem Überfluss bin ich heute auch noch mit dem Einkaufen an der Reihe. Den Zettel dafür habe ich natürlich daheim vergessen. Meine Kinder werden vor Hunger anfangen zu heulen und meine Frau wird mich in Stücke reißen, um mich, statt des Frühstücks, an sie zu verfüttern. 
Bei diesem Gedanken huscht mir ein Lächeln ins Gesicht. Wenigstens ein Problem, auf das ich mich freue, sie sieht immer so heiß aus, wenn sie wütend ist. 

Ich spüre einen harten Griff, der sich um meinen Oberarm legt, wie ein Blitz zieht sich ein Brennen durch den Muskel darunter und reist mich aus meinen Gedanken. Zornig und mit schmerzt verzogener Mine sehe ich auf, zwei dunkelgrüne Augen starren mich an, wie eine Raubkatze auf der Jagd. Schwarze Strähnen fallen in das glatte Gesicht, Toni hat den Helm abgenommen und ihn unter seine Achseln geklemmt.
“Wir werden jetzt nach Hause fahren!”, brummt er mich mit rauer Stimme an. Seine Gesichtszüge sind verhärtet und ernst, seine Augenbrauen tief ins Gesicht gezogen. Ich rolle mit den Augen und weiche seinem Blick aus, meinen Arm reiße ich aus seinem Griff los und bemerke erst jetzt, dass er ihn mit irgendeinem Stofffetzen verbunden hat. Ich betrachte den notdürftig angebrachten Verband. Manchmal nimmt er seinen Job als Leibwächter zu ernst, es ist doch nur ein Streifschuss, nichts um das man sich ernsthaft Sorgen machen muss. Es wird von selbst heilen, wie so viele Verletzungen davor.
“Hast du verstanden, was ich gesagt habe? Wir machen Schluss für heute!”, setzt er seinen vorangegangen Worten nach.
Als wenn wir Zeit für eine Pause haben. Seid Aarons Tod weiß ich nicht mehr, wo mir der Kopf steht vor Terminen und er will nach Hause fahren?
“Wir müssen noch zu Erik, ich hab’s ihm versprochen. Außerdem, was soll ich zu Hause? In drei Stunden muss ich eh im Dojo sein.” Ich kann Tonis durchbohrenden Blick förmlich auf mir spüren, diese Antwort wird er nicht akzeptieren.
“Wir sind jetzt seid 48 Stunden auf den Beinen. Wir haben, seid wir los sind, nichts mehr gegessen. Ich hab Kohldampf und ich bin müde und wenn ich nicht bald was zu saufen bekomme, dreh ich dir den Hals rum! Erik kann warten! Wir fahren nach Hause!” 
Mit jedem weiteren Wort plustert er sich zu seiner vollen Größe auf, sein Schatten verdeckte die aufgehende Sonne hinter uns und verschmilzt mit der Finsternis in der Seitenstraße.
Er will um jeden Preis bedrohlich und überzeugend wirken und ich weiß, dass er recht hat, aber ich bin zu stolz um zuzugeben, dass ich genau so müde und erschöpft bin, wie er. Ich bin immerhin der Chef und nicht er und ich entscheide, wann wir Feierabend machen und wenn wir auf dem Zahnfleisch nach Hause kriechen. Ich werde sowieso nicht schlafen können, auch nicht wenn ich noch so müde bin.
“Dann fahr eben heim, wenn du müde bist! Ich hab zu tun.” Ich gebe meinen Worten einen lächerlichen Unterton, denn ich will nicht ohne ihn weiter machen und hoffe ihn an seinem Stolz packen und zum Weitermachen überreden zu können. Meinen rechten Fuß stelle ich zurück auf die Pedale, bereit weiter zu fahren, doch er versperrt mir den Weg. Er sagt kein Wort, sondern verschränkt nur die Arme vor der Brust und sieht mich von oben herab finster an. Wie eine Felswand steht er dort und wird sich nicht rühren, egal was ich sage oder tue. Ich sehe in den Seitenspiegel, hinter uns ist genug Platz, um zurückzusetzen und einfach umzudrehen, doch wenn ich jetzt fahre, bedeutet es auch, dass ich mich allein durch das Gebiet unserer Feind kämpfen muss, um nach Manhattan zu kommen. Das ist schon mit Toni gemeinsam ein Höllentrip. 
Seufzend sehe ich zu ihm zurück, er hat gewonnen, mal wieder, dann fahren wir eben für die lächerlichen drei Stunden nach Hause. 
“Na schön, du großes Baby. Fahren wir eben nach Hause, wenn du müde bist!”, sage ich ihm mit deutlich herablassendem Ton. Toni rollt mit den Augen, sein Blick wird hasserfüllt, wie immer, wenn ich so mit ihm spreche. Es fehlt nicht mehr viel und er ausholte aus, um mir einen Schlag ins Gesicht zu verpassen. Ich kann sehen, wie sich seine Hände zu Fäusten verkrampfen, er würdigt mich keines Blickes mehr, stattdessen dreht er sich einfach um und läuft zu seinem Motorrad zurück.
“Kann sich selbst kaum auf den Beinen halten … fährt schon Schlangenlinien … aber nur ich bin müde … dämlicher Idiot … Ohne mich … würde er … zusammenbrechen … grr”, brummt er dabei in sich hinein. Ich kann nicht anders, ich muss über ihn schmunzeln, dabei hat recht, ich merke meist erst an ihm, wie fertig ich selbst bin. Trotzdem mag ich es ihn auf die Palme zu bringen, ich sehe ihn gern in sich hineinbrummen, seinen brummigen Gesichtsausdruck finde ich so zu süß dabei.
Toni setzt seinen Helm wieder auf und schwingt sich auf seine Maschine, sein Motorrad heult auf, als er losfährt, sein Hinterreifen hinterlässt schwarze Bremsspuren auf dem Asphalt. 
“Angeber!”, murmele ich und schüttele mit dem Kopf, bevor ich ihm folge. 

Unsere Heimfahrt verläuft ereignislos. Auch wenn es mir immer schwerer fällt, mich auf den Straßenverkehr zu konzentrieren, bringe ich mich und meine Maschine heil nach Brooklyn zurück. Die Sonne blendet uns, als wir das Tor passieren, hinter dem unsere große Lagerhalle steht. Wir haben längst alles wieder aufgebaut, zumindest eine Sache, die erledigt ist. 
Toni und ich stoppen unsere Motorräder im Hinterhof und steigen ab, meine Beine fühlen sich an, wie schwere Zementsäcke und wollen mein Gewischt kaum tragen, es fällt mir schwer, die wenigen Schritte bis zur Steintreppe zu gehen. Ich werfe einen flüchtigen Blick auf Toni, es beruhigt mich zu sehen, dass er sich genau so schwer fällig bewegt, wie ich. Dennoch hat er die Treppen schneller bewältigt und ich bin froh darüber, dass er die schwere Eisentür für uns öffnet. Erst als wir sie passiert haben, schließe ich zu ihm auf, noch immer vermeidet er es, mich anzusehen. Währen wir durch die große Halle gehen, in dem unser langer Tafeltisch steht, sehe ich immer wieder an ihm hinauf. Nichts, kein Blick in meine Richtung. Habe ich ihn denn wirklich so verärgert? Ohne ein Wort und mit sturem Blick, läuft er in die Küche. Ich beschließe ihn einfach in Ruhe zu lassen, bis er sich wieder beruhigt hat. Anstatt ihm in die Küche zu folgen, steuere ich das Sofa an, das an der hinteren, rechten Wand der Halle steht. Noch während des Laufens streife ich mir meine Schuhe von den Füßen und lasse sie auf dem Boden liegen. Meinen Helm nehme ich ab und werfe ihn im Vorbeigehen auf den weinroten Sessel, der an der Stirnseite des Tisches steht. Meine Jacke ziehe ich mir samt des Verbandes aus und lasse sie einfach aus meinen Händen gleiten. 
Schwer wie ein Felsbrocken sacke ich auf das Sofa, als ich es endlich erreiche. Ich lehne mich zurück und lege die Beine auf den Marmortisch vor mir ab. Ein gequälter Seufzer entflieht meinen Lippen, während ich die Augen schließe. Sie brennen so entsetzlich, in der Nacht habe ich damit noch keine Probleme gehabt, aber jetzt, wo die Sonne aufgegangen ist, stechen mich ihre Strahlen wie tausend Nadeln. Ich wende meinen Blick den großen, langen Fenstern zu meiner Linken zu, die sich bis zur entgegen gesetzten Wand wiederholen. Wir müssen Vorhänge anbringen, beschließe ich in diesem Moment. Irgendeinen schwarzen Stoff, der die Halle in Dunkelheit hüllt, wenn ich nach einem solchen Endlostag nach Haus komme. In Gedanken gehe ich die Läden durch, in denen ich mich nach den Utensilien dafür umschauen kann und die auf meiner nächsten Route durch die Stadt liegen. Bei dieser Gelegenheit erinnere ich mich an den vergessenen Einkaufszettel. Seltsam, dass Judy nicht sofort angelaufen kommt und mich nach den Lebensmittel fragt. Hat sie uns noch gar nicht kommen gehört, oder schlafen sie und die Kinder noch?
Alles ist ruhig, nicht einmal Anette kommt, um uns zu begrüßen. Ich sehe auf die Uhr an meinem Handgelenk, es ist fünf Minuten vor sechs Uhr, eigentlich eine Zeit, um die meine Kinder schon hell wach sind. Vielleicht hat Judy ja geahnt, dass ich das Einkaufen vergessen werde und ist selbst losgefahren. Ich beruhige mich mit diesem Gedanken, den zum Aufzustehen und Nachsehen, bin ich nicht mehr in der Lage. Das ist alles nur Tonis Schuld, er wollte unbedingt nach Hause und nun kann ich kaum noch gegen meine wachsende Müdigkeit ankämpfen. Ich sehe grimmig in Richtung Küche, die Tür ist nur einen Spalt weit geöffnet. Ich kann Toni nicht sehen, nur hören, dass er den Kühlschrank öffnet, er knurrt brummig, dann schlägt er die Tür wieder zu, scheinbar ist er nicht fündig geworden. Noch eine Person mehr, die mich wegen des vergessenen Einkaufes lynchen wird. Ich schmunzele und lasse meinen Blick durch den Raum schweifen, es ist hier so ruhig geworden, seit alle ausgezogen sind. Lediglich Tonis Familie und meine eigene wohnen noch hier, alle anderen haben sich in Brooklyn verteilt und eigene Wohnungen gemietet. Das große Rudel und der Lärmpegel fehlen mir. Ich werde sie alle mal wieder einladen, nehme ich mir vor und schließe die Augen erneut. 
Aber nicht mehr heute. Mein Kopf fällt mir in den Nacken, auf die Lehne des Sofas, ich spüre, wie alle Anspannung aus meinem Körper weicht, es ist ein Fehler gewesen, sich hinzusetzen, diesen Kampf kann ich nicht mehr gewinnen. 
Die Geräusche um mich herum stumpfen ab, ich höre nur noch dumpfe Schritte näher kommen. Etwas hartes trifft mich am Oberkörper, erschrocken reiße ich die Augen auf. 
Ich blicke auf eine braune Bierflasche, die Toni mir entgegen streckt. Ich nehme sie entgegen und betrachte sie fragend. Ich habe ihn nicht darum gebeten, ich bin mir noch nicht einmal sicher, ob ich wirklich durstig bin. Die Flasche ist bereits geöffnet, ich brauche nur noch trinken, aber selbst das ist mir fast zu anstrengend. Bin ich denn wirklich so müde und habe es gar nicht gemerkt? Ich verdränge diesen Gedanken und setze die Falsche an meine Lippen. Erst während das kühle Bier meine Kehle hinab rinnt, bekomme ich wirklich Durst. In zwei Zügen habe ich sie gelehrt. Toni sieht mir die ganze Zeit über schweigend zu, während er eine Augenbrauen fragend in die Höhe zieht. Ich setze die Flasche ab und stelle sie lautstark auf dem Tisch, ich muss einmal tief Luft holen, um wieder zu Atem zu kommen.
“Was?”, entgegne ich Tonis fragendem Blick. Er gibt mir keine Antwort, stattdessen sieht er zur Seite weg und verdrehte die Augen, dann trinkt er selbst einen Schluck aus der Falsche, die er sich mitgebracht hat. Ich weiß was er denkt, ich hätte mich für das Bier bedanken sollen und ohne ihn wäre ich längst verhungert, verdurstet oder an irgend einer Verletzung gestorben, um die ich mich nicht kümmere.
“Wir haben nichts zu Essen mehr da!”, lenkt er vom Thema ab.
“Ich weiß!”, entgegne ich ihm so desinteressiert wie möglich und wende meinen Blick von ihm ab. Automatisch sehe ich in die Küche, als wenn mein Blick unseren Kühlschrank füllen kann. Ich werde definitiv nicht noch einmal losfahren, um uns etwas Essbares zu besorgen, da lieber hungere ich. 
Lange herrscht Schweigen zwischen uns, lediglich das Geräusch, das Toni beim Schlucken seines Bieres macht, unterbricht die Stille. Es ist viel zu ruhig hier, nicht mehr lange und ich werde eingeschlafen sein. Ich seufze schwer und lehne mich zurück, meine Augen wollen mir gerade wieder zufallen, als Toni zu sprechen beginnt:
“Merkst du eigentlich gar nicht, dass du es in letzter Zeit ganz schön übertreibst?” Ich antwore ihm mit einem gequälten Stöhnen, ich will mich nicht darüber unterhalten. Wie oft haben wir diese Diskussion eigentlich schon geführt? Ich habe aufgehört zu zählen, es ist ja nicht so, als wenn ich mir dieses Leben ausgesucht habe. 
“Ich versteh nicht, warum wir noch die ganze Drecksarbeit machen sollen. Wir sind jetzt die großen Chefs, wir haben unser Leute dafür. Ich will’s endlich mal ruhiger angehen lassen, hörst du!” Wieder stöhne ich gequält, ohne ihm zu antworten. Selbst ihm zuzuhören, ist mir jetzt zu viel, ich habe Mühe der Bedeutung seiner Worte zu folgen und ihnen einen Sinn zu entnehmen. 
“Noch vor ein paar Wochen hast du mir die Ohren voll geheult, dass du deine Kinder nicht hast groß werden sehen und jetzt sehen wir unsere Familien genau so wenig, obwohl sie hier mit uns zusammen leben. Ich hab keinen Bock mehr auf diesen Scheiß! Ich will endlich mal vernünftig schlafen und essen wenn ich Hunger habe, nicht erst wenn ich schon am verhungern bin und du bist noch krasser drauf. Wenn wir unterwegs sind ist und trinkst du nichts, du siehst schon genau so scheiße aus, wie damals, als ich dich in Italien gefunden habe.” Ich seufze wieder, das alles weiß ich selbst, er muss es mir nicht unter die Nase reiben. Meine Hosen sind mir schon wieder zwei Nummern zu groß, ohne Gürtel würden sie mir im Stehen von den Hüften rutschen und meine Augenringe reichen längst bis auf den Boden. Die Verletzung an meinem Arm brennt und ich spüre meinen Puls in ihr, aber wirklich elend fühle ich mich erst jetzt, wo Toni mich darauf aufmerksam macht. 
“Wir nehmen uns jetzt eine Auszeit, verstanden? Gib endlich mal ein bisschen Verantwortung ab und lass uns zur Ruhe kommen, verdammt noch mal!” Tonis Stimme wird laut und aggressiv, in ihr kämpft Verzweiflung gegen Wut. Ich weiß, dass ich langsam etwas dazu sagen muss, aber ich weiß nicht was. Ich habe niemanden, dem ich all diese wichtigen Aufgaben anvertrauen kann, zumindest nicht, wenn ich will dass sie korrekt erledigt werden. Toni ist der einzige, dem ich vertraue und er macht schon genug, indem er mich als Leibwächter begleitet.
“Müssen wir das unbedingt jetzt klären?”, versuche ich mich um das Thema zu drücken.
“Ja müssen wir! Ich hab keinen Bock darauf, dass du in drei Stunden bei mir wieder auf der Matte stehst und irgend etwas erledigen willst!”
“Dann fahr ich eben ohne …”, will ich ihm entgegnen, aber er fällt mir ins Wort.
“Ja, und wer muss dich dann wieder suchen und retten?” Seine Stimme dröhnt mir in den Ohren, er wird mit jedem Wort lauter. Mir fällt kein Gegenargument ein und mir ist klar, dass ich ihn mit meiner kraftlosen Stimme nicht übertönen kann, ich schwieg erneut. Als ich nichts sage, ihn nicht einmal ansah, wird er ruhiger, sein Ton nimmt an Ernsthaftigkeit ab und wird weicher:
“Man, ich mach mir Sorgen um dich!” 
“Ich weiß …”, seufze ich und stehe auf. Ich zwinge meine schwankenden Beine dazu, mein Gewicht zu tragen, dann sehe ich Toni noch einmal flüchtig an. 
“Ich hau mich aufs Ohr!”, teile ich ihm mit, um der Diskussion endgültig zu entkommen. Ich kann mich keinen Moment länger wach halten, schon während wir miteinander sprechen, vergesse ich worum es eigentlich geht. Mit taumelnden Schritten laufe ich der Tür entgegen, ich blinzele nur hin und wieder, um den Weg aus der Halle heraus und in den langen Flur zu finden, der zum meinem Schlafzimmer führt. 
Als ich alles hinter mir lasse, kann ich Toni fluchen hören. Ich verstehe nicht, was er sagt, aber das laute Aufschlagen seiner Bierflasche auf den Tisch verrät mir, dass er mit dem Ausgang unseres Gespräches nicht einverstanden ist. Ich atme tief durch und nehme mir vor, noch einmal mit ihm zu sprechen, wenn ich ausgeschlafen habe. 
Ich zwinge mich die letzten Meter weiter zu gehen, bis ich die Tür meines Schlafzimmers erreicht habe, ich öffne sie vorsichtig und sehe durch einen kleinen Spalt ins Zimmer. Das große Ehebett ist leer, Judy hat die Bettdecken und Kissen gerichtet und alles glatt gestrichen. Nichts deutet mehr daraufhin, dass hier jemand geschlafen hat. Ich atme erleichtert auf, wenigstens ist hier niemand, der mich mit Fragen darüber belästigt, wo ich mich in den letzten Stunden aufgehalten habe. Wo auch immer Judy in diesem Moment ist, bin froh darüber das sie weg ist. Die letzten Schritte in Richtung Bett schlurfe ich im Schneckentempo, dann endlich kann ich mich fallen lassen. Ich bleibe so liegen, wie ich auf der Bettdecke aufkomme und merke nicht, wie ich einschlafe.

Irgendetwas schlurft über den Boden, ich höre das Kichern von kindlichen Stimmen. Nur mühsam formt sich ein klarer Gedanke in meinem erschöpften Geist, ich muss wach werden, um einschätzen zu können, ob Gefahr droht. 
Ich lausche den Schritten, sie sind so leicht, dass die Dielen des Fußbodens kaum nachgeben, ich überlege an welchem Ort ich mich zuletzt befunden habe und wer in dieser Umgebung herumschleicht, doch ich erinnere mich nicht mehr an die vergangenen Stunden. 
Das Kichern wird lauter, jetzt kann ich erkennen, dass es die Stimmen meiner Kinder sind. Das verwirrte mich, warum sind sie hier, warum bin ich hier?
Das Klappern von Stöckelschuhen mischt sich in die Geräuschkulisse, eine Tür wird aufgerissen, das Klappern wird lauter und erstirbt schließlich in meiner Nähe. Etwas daran kommt mir bekannt vor, ein ungutes Gefühl überkommt mich, ich habe augenblicklich ein schlechtes Gewissen, das ich mir nicht erklären kann.
“Ach sieh einer an! Schön das du auch mal wieder nach Hause kommst!”, faucht mich eine Frauenstimme an. Schlagartig erinnere ich mich daran, dass ich in mein Schlafzimmer geschwankt bin und wie froh ich darüber war, dass weder Judy noch die Kinder daheim waren. Ich bin also ausnahmsweise einmal in meinem eigenen Bett eingeschlafen? Das ist kein Ort zum Ausruhen. Wieso habe ich mich ausgerechnet hier fallengelassen? 
Ich beschließe einfach ruhig liegen zu bleiben und keinen Ton zu sagen, vielleicht wird Judy wieder verschwinden, wenn sie mich nicht aufwecken kann.
“Ja, so siehst du aus …”, brummt sie in sich hinein. Was sie jetzt wohl vorhat? Sie kommt nicht näher, das wundert mich., es ist nicht ihre Art mich in Ruhe zu lassen, wenn ich endlich mal zu Hause bin. 
“Wer den Papa zu erst wach hat, bekommt ein Eis zum Frühstück!”, höre ich sie sagen. Dieses gemeine Miststück. Das leise Kichern meiner Kinder wird zu einem ohrenbetäubenden Kreischen, zu zweit fallen sie über mich her und springen auf meinem Bett herum. Ich spüre ihrer spitzen Knie und Ellenbogen im Rücken, ihre Hände ziehen an meinen Haaren und meinem T-Shirt, die Masse ihrer kleinen Körper schnürt mir die Luft ab. Ich Keuche gequält, während ihr Lachen in meinen Ohren dröhnt, ich versuche mich aufzustützen und sie von meinem Rücken zu werfen, aber mir fehlt die Kraft. Meine Muskeln zittern und schmerzen unter der Anspannung, ich schaffe es nicht mich von der weichen Matratze abzudrücken. 
“Judy, nimm sie weg! Gönn mir ne Stunde Schlaf”, flehe ich meine Frau an, unfähig in diesem Zustand mit meinen Kindern allein fertig zu werden, hilfesuchend sehe ich an ihr hinauf.
Sie zieht die Schultern nach oben und verschränkte die Arme vor der Brust, ihr Lächeln ist schadenfroh und voller Genugtuung. 
“Warum sollte ich? Du hast nicht mal was zu Essen mitgebracht, ich musste extra noch einkaufen fahren. Solln sie dich ruhig auseinander nehmen, dann machst du dich hier wenigstens ein Mal nützlich.” Noch während sie spricht verlässt sie das Zimmer und schlägt die Tür nach sich zu, sie lässt mich doch tatsächlich mit diesen Raubtieren allein zurück. Stöhnend falle ich zurück ins Kissen und ergebe mich kampflos meinem Schicksal, ich ertrage ihre kleinen Fäuste, die auf meinem Rücken trommeln und dämpfe ihr Geschrei mit zwei Kopfkissen, die ich mir auf die Ohren presse. Warum zum Teufel habe ich mir noch mal Kinder angeschafft? Ich atme schwer unter ihrem Gewischt und ihren Faustschlägen, wenn mir doch nur eine Taktik einfallen würde, um sie loszuwerden.
“Gnade!”, flehe ich sie an, “Ihr habt gewonnen! Ich bin wach! Holt euch jetzt euer Eis!” Nichts, ihr Trommeln hört nicht auf, ihr freudiges Gekreische wird nicht leiser, sie haben mein Friedensangebot sicher nicht einmal gehört, ich habe meine Stimme selbst kaum durch ihr Geschrei und die Kissen hindurch hören können. Ich Seufze tief und hoffe darauf, dass ihnen dieses Spiel bald zu langweilig wird. 

Obwohl meine Kinder nicht aufgeben, dämmere ich wieder ein, nur ihre spitzen Knochen in meinem Rücken reißen mich immer wieder aus dem Schlaf. 
“He, was ist denn hier los?”, höre ich Anette sagen, ich erkenne sofort ihre sanfte Art zu sprechen. Die Trommelschläge auf meinen Rücken lassen nach, die zappelnden Knie meiner Kinder beruhigen sich, erleichtert atme ich auf. 
“Hilfe …”, hauche ich mit gepeinigter Stimme und hebe ein Kissen vom Ohr, um zu sehen, ob Anette bereit ist, in mein Zimmer zu kommen und mich aus dieser Situation zu befreien. Als ich sie mit den Augen gefunden habe, steht sie bereits neben meinem Bett. 
“Wieso macht ihr am frühen Morgen schon so einen Lärm?”, will sie von meinen Kindern wissen. Ihre Hände hat sie in die Seite gestemmt, während sie sich nach vorn beugt, sieht sie grimmig auf uns herab. Ob die Lautstärke meiner Kinde sie wohl geweckt hat? Ihr und Tonis Schlafzimmer liegt direkt neben meinem, gut möglich also, dass das der Grund ihres Kommens ist. 
“Mama hat gesagt wir soll’n ihn aufwecken”, protestiert mein Sohn trotzig. 
“Ich bin doch wach! Jetzt holt euch euer Eis!”, rufe ich schnell dazwischen, jetzt wo es ruhig genug ist, dass mich meine Kinder auch verstehen können. Amy kommt meinem Vorschlag als Erste nach, sie klettert von meinem Rücken und landet federleicht auf dem Boden. Es erstaunt mich, wie sie so elegant sein kann, wo sie doch gerade noch mit all ihrer Kraft meinen Rücken malträtiert hat. Als sie mit federnden Schritten davon läuft, amt sie den Hüftschwung ihrer Mutter nach. Das sie ihr so ähnlich geworden ist, fällt mir erst jetzt auf.
“Nicht wieder einschlafen!”, mahnt mich mein Sohn, bevor er ebenfalls von meinem Rücken steigt. 
“Du hast versprochen das wir zusammen Fußball spielen, wenn du wieder zu Hause bist!”, fügt er an. Vor dem Bett bleibt er stehen und sieht mich mit seinen eisblauen Knopfaugen an. Ich kann mich an ein derartiges Versprechen nicht erinnern, sicher habe ich es nur gegeben, um meine Ruhe zu haben. 
“Geh erst einmal Frühstücken!”, schlage ich ihm vor, in der Hoffnung, dem Problem damit vorläufig aus dem Weg gehen zu können. Er brummt mürrisch, als er sich umdreht und seine Hände in die Jackentaschen stopft. 
“Nach dem Frühstück bist du ja doch wieder weg!”, murmelt er und geht. Ich sehe ihm nach, bis er durch die offene Tür verschwunden ist. Ein tonnenschwerer Stein legt sich mir bei seinem Anblick auf das Herz, er hat recht, ich bin nur noch zum Essen und Schlafen hier und manchmal nicht einmal das. Wahrscheinlich werde ich auch heute meine Versprechen nicht halten können, denn schon fallen mir wieder all die Dinge ein, die ich noch erledigen muss.  
Seufzend lasse ich mich zurück ins Kissen sinken, ich wünsche mir frei zu sein, von all meinen Pflichten und endlich mal wieder tun zu können, wonach mir der Sinn steht.

Ich spüre Anettes fragenden Blick auf mir, ich habe fast vergessen, dass sie noch bei mir ist, bis sie wieder zu sprechen beginnt: 
“Wo wart ihr beide die ganze Zeit? Toni schläft auch wie tot.” Da ist sie, die Frage, die ich eigentlich von meiner Frau erwartet habe. Ich versuche mich erneut an die letzten Stunden zu erinnern, doch mir will nicht einfallen, wo ich mit Toni überall gewesen bin.
“Wie spät ist es?”, frage ich Anette, um ihr nicht antworten zu müssen. Sie wirft einen flüchtigen Blick auf ihre Armbanduhr und antwortet mir dann:
“Halb acht!” Halb acht? Als ich das letzte Mal auf die Uhr gesehen habe, war es kurz vor sechs Uhr gewesen, ich habe also gerade einmal eineinhalb Stunden geschlafen? Ich stöhne bei diesem Gedanken und vergrabe den Kopf unter einem der Kissen, um das grelle Tageslicht abzudunkeln, dass durch das Fenster direkt auf mein Bett fällt. Ich werde mehr als diese lächerlichen eineinhalb Stunden brauchen, um wieder fit zu sein. Anette bleibt noch einen Moment stehen, ich spüre ihren Blick auf mir, der nach einer Antwort auf ihre Frage sucht, dann höre ich sie um mein Bett herum gehen. Als sie auf der anderen Seite ankommt, senkt sich die Matratze unter ihrem Gewischt. Kann sie nicht einfach gehen und mich schlafen lassen? Ihre Finger legen sich um meinen linken Unterarm, ich öffne ein Auge, um zu sehen, was sie tut. Sie zieht meinen Arm näher zu sich, ihr Blick ist besorgt, als sie mich fragt:
“Wo hast du dir das wieder geholt?” Ich verstehe nicht, was sie meint und folge ihrem Blick meinen Arm hinauf. Vom Handgelenk aufwärts ist alles mit getrocknetem Blut verklebt, eine dicke schwarze Kruste zieht sich von rechts nach links über meinen Oberarm, er ist rot und angeschwollen. Nur schwach kann ich mich an die Schießerei mit der Polizei erinnern und an die Kugel die mich gestreift hat. Noch immer sickert schwach, warmes Blut aus der Wunde und läuft meinen Arm bis zu den Fingerknöcheln hinab. Ich atme tief durch und schließe die Augen, die Verletzung ist mir egal, ich spüre nur einen gleichmäßigen Puls in ihr, keinen Schmerz. Irgendwann wird es schon von allein aufhören zu bluten. 
“Das muss genäht werden!”, stellt Anette fest. Auch das noch, das hat mir gerade noch gefehlt, eine Nadel am frühen Morgen. 
“Muss es nicht!”, erwidere ich ihr trotzig und ziehe meinen Arm aus ihrer Hand zurück. 
“Oh doch, muss es, du großes Baby!”, entgegnet sie. Die Matratze hebt sich, ihre Schritte entfernen sich von mir, ich höre, wie sie das Zimmer verlässt und hoffe, sie kommt nicht wieder, während ich wieder eindöse. 

Die Stunden vergehen, ich merke es nicht. Als ich wach werde, ist es bereits dunkel in meinem Zimmer. Ich brauche einen Moment, um mich zu orientieren. Wo bin ich, was ist passiert und warum bin ich eingeschlafen? Das Zimmer erscheint mir im ersten Moment fremd. Für gewöhnlich ist der einzige Ort, an dem ich mich sicher genug zum Schlafen fühle, die Villa meines großen Bruders, aber das hier, ist nicht sein weißes Sofa und mein erster Blick fällt auch nicht direkt aufs Meer, ich bin in meinen eigenen vier Wänden. Automatisch sehe ich auf die Hälfte des Bettes neben mir, sie ist leer. Ist es für Judy noch zu früh zum Schlafen, oder will sie mal wieder nicht neben mir liegen? Als ich meinen Blick drehe, um auf den Wecker auf meinem Nachttisch zu sehen, fällt mir etwas weißes an meinem Oberarm auf. Ich vergesse, warum ich auf die Uhr schauen will und betrachte verwirrt den säuberlich angebrachten Verband. Ist Anette wirklich noch einmal zurückgekommen und hat die Wunde genäht? Ich habe es nicht gemerkt, wie seltsam, dass ich davon nicht wach geworden bin.
Ein lautes Rumoren in meinem Magen unterbricht meine Gedanken. Mit der Hand taste ich nach meinem Bauch, er schmerzt entsetzlich, ich muss langsam etwas essen, mir ist vor Hunger schon ganz schlecht. Ob es das gewesen ist, was mich geweckt hat? Einen wirklichen Appetit verspüre ich nicht, trotzdem richte ich mich schwerfällig auf und strecke mich, um meinen müden Körper zu dehnen. Ich bin noch nicht gänzlich ausgeschlafen, aber auch längst nicht mehr müde genug, um noch länger liegen zu bleiben. 
Ein Blick in die Küche, kann nicht schaden, vielleicht bekomme ich ja Lust auf etwas zu Essen, wenn ich es riechen und sehen kann. Judy und Anette haben sicher gekocht und mir etwas übrig gelassen. Während ich aufstehe verlangt mein Magen noch einmal, mit einem lauten Knurren, nach Nahrung. Meine Schritte sind schwerfällig und kraftlos. Als ich endlich die Tür erreiche und sie öffne, kann ich die Stimmen von Judy, Anette und Toni hören. Sie kommen aus unserem Aufenthaltsraum. Sie sind also noch wach? Dann habe ich vielleicht doch nicht so lange geschlafen. 
Ich schlurfe die letzten Schritte durch den langen Flur, bis ich endlich die Halle erreiche, aus der die Stimmen kommen. Als ich eintrete, verstummen die Gespräche der Drei, ihre Blicke richteten sich auf mich, während ich versuche keinen von ihnen anzusehen. Ich will keine Fragen über meinen Zustand beantworten. So schnell, wie möglich verschwinde ich in der Küche, um ihren sorgenvollen Blicken zu entkommen, als ich endlich hinter der Tür verschwinden kann, atme ich erleichtert auf. Sie haben nichts gesagt und mich einfach passieren lassen, ein Glück.

Ich lasse meinen Blick, auf der Suche nach etwas essbarem, durch die Küche schweifen. Auf dem Herd stehen zwei Töpfe und eine Pfanne, alle drei sind mit einem Deckel abgedeckt. Was da wohl drin ist? Es riecht nach gebratenem Fleisch und Rotkraut. Ich öffne beide Töpfe gleichzeitig und sehe hinein, in dem linken sind zwei Klöße im rechten eine Hand voll Rotkraut. Ich lege beide Deckel übereinander auf die freie Kochplatte und werfe die Klöße von einem Topf in den anderen, dann sehe ich in der Pfanne nach. In brauner Soße schwimmt dort in Würfel geschnittenes Fleisch, sicher Gulasch, glaube ich und zuckte mit den Schultern. Das ist fürs erste in Ordnung. Ich nehme die Pfanne und aus einer der Schubladen neben dem Herd einen Löffel, das Fleisch und die Soße schütte ich in den Topf mit dem Rotkraut und den Klößen, um mir einen Teller zu nehmen, bin ich im Moment zu faul. Als ich fertig bin, stelle ich die Pfanne auf dem Herd ab und nehme den Topf vom Herd. Mit ihm und den Löffel drehe ich mich um und gehe zur Tür zurück. 
Als ich die Küche verlassen will, versperrte mir Toni den Weg, er steht im Türrahmen und hat die Arme vor der Brust verschränkt, sein Blick ist mahnend auf mich gerichtet. Ich sehe ihm an, dass ihm bereits ein Spruch auf der Zunge liegt, den er gerade in die richtigen Worte verpackt.
“Du hast zwei Tage durch gepennt und siehst immer noch scheiße aus!”, schleudert er mir schließlich entgegen. Ich sehe ihn ungläubig an. Ist das sein ernst? Zwei Tage sollen bereits vergangen sein? Das kann nicht sein, niemals habe ich so lange geschlafen. Ich glaube ihm kein Wort, er will mich nur schocken, um mir vor Augen zu führen, dass ich mich falsch verhalte. 
“Erzähl keinen Scheiß!”, raune ich ihn an und drücke mich an ihm vorbei. Ich würdige ihn keines Blickes mehr, als ich weiter bis zum Tisch laufe. Anette und Judy stehen noch immer an der Stelle, wie zuvor, sie haben ebenfalls die Arme verschränkt und mustern mich mit dem selben kritischen Blick, den mir Toni zugeworfen hat. Mit den Hüften lehnen sie am langen Tischen, auch sie wollen etwas sagen, dass sehe ich ihnen an, doch noch schweigen sie. Ich ignoriere beide und setze mich in meinen Sessel, an die Stirnseite des Tisches. Ich will nicht reden, ich will essen. Jetzt wo die Mahlzeit vor mir steht und ich das Fleisch riechen kann, wächst mein Hunger. Mit jedem Bissen werde ich gieriger, ich höre auf zu kauen und schlinge nur noch, um das Stechen in meinem Magen auszulöschen. Ich brauche keine fünf Minuten, um den Topf zu leeren. Anette und Judys Kommentare bleiben ihnen bei diesem Anblick im Halse stecken, ich spüre lediglich ihre bohrenden Blicke auf mir. 

Toni kommt mit langsamen Schritten näher, er bleibt neben mir stehen und sieht mich von oben herab an, als er meint:
“Enrico, wir haben Sonntag!” Seine Hand legt er mir auf die Schulter, sein harter Blick ruht unentwegt auf mir. Ich verstehe nicht sofort, was er mir damit sagen will, bis ich anfange nachzurechnen. Wenn heute wirklich Sonntag ist, habe ich tatsächlich zwei ganze Tage verschlafen. Ich schlucke meinen letzten Bissen schwerfällig hinunter und sehe an Toni hinauf, ich versuche an seinem Gesicht abzulesen, ob er das tatsächlich ernst meint. Eine Lüge kann ich ihm sofort ansehen, aber er sieht nicht weg, er blinzelt nicht einmal, sein Blick bleibt ernsthaft und eindringlich, er hält meiner unausgesprochenen Frage stand. Ich sehe von Toni zu den beiden Frauen, sie warten auf eine Reaktion von mir. Judy tippt mit ihrem rechten Fuß unentwegt auf den Boden und Anette holt Luft, um Tonis Worte zu bestätigen:
“Du bist nicht mal wach geworden, als ich deine Wunde genäht habe!”, erklärt sie mir. Ich begreife allmählich, dass es keine Taktik von Toni ist, sondern die Wahrheit. Erschrocken darüber wende ich meinen Blick von allen ab und stiere vor mich hin. Ich überschlage im Kopf all die Dinge, die ich in den letzten zwei Tagen erledigen wollte und wen ich alles versetzt habe. Da sind wichtige Männer dabei, die bei so etwas keinen Spaß verstehen, Geschäfte die uns verloren gehen und mit ihnen Unsummen von Doller. Warum zum Teufel haben sie mich so lange schlafen lassen? Toni weiß, was wir vorhaben, er ist in all meine Pläne stets eingeweiht. Wutentbrannt stehe ich auf und sehe ihn grimmig an:
“Warum hast du mich nicht geweckt? Wir hätten …” Als ich ihm all die Dinge aufzählen will, die wir nicht erledigt haben, drückt er mich an meiner Schulter zurück in den Sessel, er wirkt vollkommen mit sich selbst zufrieden und so entspannt, wie ich ihn schon lange nicht mehr erlebt habe. Das kann ich nicht verstehen, hat er denn keine Sorge, was uns da für Konsequenzen bevorstehen? In mir tobt ein Sturm an Gedanken, die ich nicht mehr Planen und ordnen kann und er?
“Ich hab all deine Termine abgesagt! Entspann dich!”, rät er mir und lächelt. Ich brauche einen Moment, um seine Worte zu verstehen. Sein Lächeln irritiert mich. Worüber freut er sich so? Jetzt haben wir erst recht keine freie Minute mehr … 
Hat er gerade wirklich gesagt, dass er alle Termine abgesagt hat? Ich sehe ihn verstört an, unfähig zu begreifen, was das bedeutet und überhaupt, was fällt ihm denn ein, einfach so über meinen Kopf hinweg Entscheidungen zu fällen. Jetzt weiß ich nicht einmal, auf welche Tage er die Termine gelegt hat, was liegt zum Beispiel heute an, was morgen? Wieder überschlagen sich die Gedanken in meinem Kopf. 
“Wir haben jetzt Urlaub! Keine Termine mehr, keine Geschäfte!”, erklärt er mir, als ich, wie ein schwerer Stein im Sessel sitzen bleibe und kein Wort mehr sage. Ich brauche einen weiteren Moment, um mich zu fangen. Ich sehe zu ihm auf und mustere noch einmal seinen fröhliches Grinsen. 
“Sag mal, hast du sie noch alle?”, beginne ich leise und werde mit jedem weiteren Wort lauter. Ich hasse es, wenn er mir in meine Planung hineinpfuscht und noch mehr hasse ich es, wenn er mich, wie ein kleines Kind behandelt. Ich weiß, was ich tue und was ich mir zumuten kann. 
“Was fällt dir ein dich in meine Geschäfte einzumischen? Ich brauch keinen Urlaub!”, schreie ich. Ich erhebe mich aus dem Sessel und gehe drohend einen Schritt näher an ihn heran. Ich packe sein Hemd am Kragen und ziehe ihn auf meine Größe hinab, um ihm in die Augen sehen zu können. 
“Hör endlich auf, dich in mein Leben einzumischen. Du bist nur mein Leibwächter, mehr nicht! Kümmere dich um deinen eigenen Scheiß! Ich weiß selbst wann ich Ruhe brauch und jetzt ist definitiv nicht der Zeitpunkt dafür!” Ich lass sein Hemd los und stoße ihm mit der flachen Hand so hart gegen den Brustkorb, dass er einen Schritt vor mir zurück weichen muss, dann nehme ich meine Jacke, die über dem Sessel hängt und ziehe sie mir im Gehen über. Ich will einfach nur weg von allem, von ihm und der Fürsorge, die hier im Raum steht, ich kann es nicht ertragen, wenn sich alle um mich Sorgen machen. Während ich davon marschiere, werfe ich nicht einen Blick zurück. Die Tür schlage ich nach mir zu und eile die Steintreppe hinunter. Ich will zu meinem Motorrad und weit weg fahren, ich steige auf die Maschine, drehe den Schlüssel im Schloss und rase davon. Mit einer heißen Wut im Bauch beschleunige ich die Maschine, ich überfahre rote Ampeln und fahre im Gegenverkehr, nur um nicht langsamer werden zu müssen. Immer mehr Tränen steigen mir in die Augen und trüben meine Sicht. Ich schiebe sie auf den Fahrtwind, da ich meinen Helm bei aller Eile vergessen habe, ich will mir nicht eingestehen, dass ich überfordert bin, ich habe doch alles im Griff, es ist kein Problem. 
Ich belüge mich selbst, ich bin nicht auf Toni wütend, auch nicht auf Anette oder Judy, ich bin nur wütend auf mich selbst und darauf, dass ich meiner neuen Aufgabe nicht gewachsen bin. Nie werde ich so sein können wie Aaron, ich kann ihn nicht ersetzen. Ich schaffe es nicht meine Familie und die Pflichten als Pate, unter einen Hut zu bekommen, ich habe weder die Zeit mit meinen Kindern zu spielen, noch Judy im Haushalt zu helfen. Wenn ich so weiter mache, ruiniere ich noch meine Ehe und die Beziehung zu meinen Kindern. Ich sehe Rene noch genau vor mir, wie er schmollend mein Zimmer verlassen hat, er hatte recht behalten, ich habe mein Versprechen wieder nicht gehalten und bin sofort nach dem Essen verschwunden. Selbst mit Toni habe ich mich angelegt, obwohl ich eigentlich weiß, dass er es nur gut meint. Ich bin ein schlechtes Mafiaoberhaupt, ein missratener Ehemann und Vater und ein noch furchtbarer Freund. Wie halten es die Menschen nur mit mir aus? 

Noch während ich über diese Frage nachdenke, fällt mir im Seitenspiegel ein schwarzer Waagen auf, der rasend schnell aufholt. Als ich über die Schulter zurück sehe, hat er schon zu mir aufgeschlossen. Die Beifahrertür des Wagens kommt mir so nah, dass ich erschrocken den Lenker zur Seite reiße und beinah die Kontrolle verliere, gerade noch so kann ich das Motorrad abfangen. Ich gebe Gas, um den Abstand zu vergrößern, doch der Waagen bleibt mir dich auf den Fersen und schließt die geschaffene Lücke sofort wieder. Dieser Dreckskerl will mich anscheinend von der Straße abdränge. Ich beschleunige erneut und versuche einen Hacken zu schlagen, doch der schwarze Wagen bleibt direkt hinter mir, beinah so, als wenn der Fahrer genau weiß, wie ich mich in so einer Situation verhalte. Erst während dieses Gedankens erkenne ich das Auto, als Tonis heißgeliebten Mustang. Dieser Dreckskerl! Er drängt mich in eine Seitenstraße ab und zwingt mich dazu langsamer zu werden, während er mich immer mehr zwischen den Häuserwänden und seinem Wagen einklemmt, schließlich kann ich nur noch Schritt-Tempo fahren, um nicht die Kontrolle zu verlieren. Was bezweckt er damit? Als mir eine Mülltonne den Weg nach vorn versperrt, bin ich gezwungen anzuhalten. Toni dreht seinen Wagen so, dass er mein Bein mit dem Heck seines Autos und dem Motorrad einklemmt, jetzt sitze ich in der Falle, ich kann weder vor noch zurück. Grimmig sehe ich in das innere des Wagens. Kann er mich nicht einfach in Ruhe lassen? Er reißt die Fahrertür auf, steigt aus und kläfft mich dabei an:
“Von wegen nur dein Leibwächter! Wenn du noch einmal in diesem Ton mit mir sprichst, hau ich dir so ein paar aufs Maul, dass du deine Zähne auf dem Boden einsammeln kannst!” Ohne Umwege läuft er um den Wagen herum und auf mich zu, als er mich erreicht hat, packt er mich am Kragen und drückt mich an die Wand des Hauses. 
“Was willst du denn hören?”, schreie ich zurück. 
“Ne Entschuldigung und nen Dankeschön dafür, dass ich dir Freizeit verschafft habe!” Ich ziehe eine Augenbraue in die Höhe und Lächele herausfordernd, während ich ihm antworte: 
“Dann schlag lieber zu!” Ich bin nicht fähig in diesem Moment meinen Stolz bei Seite zu schieben und mich einfach für mein Verhalten zu entschuldigen. Tonis rechte Hand ballt sich zur Faust, er hebt sie zum Schlag und holte weit aus. Ich schließe die Augen, in Erwartung der Faust, die mich vermutlich mitten im Gesicht treffen wird. 
Ich spüre einen Luftzug meine linke Wange streifen, mehr nicht, als ich die Augen wieder öffne, führte Tonis Arm an mir vorbei, seine Faust ruht auf der Wand, er hat sie an meiner Stelle geschlagen. Ich mustere seine grünen Augen wild, während mein Brustkorb bebt. Wenn ich nur erahnen könnte, was er gerade denkt, doch seine Gesichtszüge sind versteinert, ich habe keinen Einblick in seine Gefühlswelt.
“Ich bin fertig mit dir! Mach was du willst, bring dich von mir aus um.” Er sieht unter meinem Blick hinweg und lässt mich los, ohne mich noch einmal anzusehen, lässt er mich zurück und steigt in seinen Wagen, mit quietschenden Reifen gibt er mein Bein wieder frei und fährt davon. 

Ich sehe ihm noch lange nach, bevor ich begreifen kann, was sein Worte bedeuten. Er wird sich nicht mehr um mich kümmern, vielleicht hat er mir gerade die Freundschaft gekündigt, ich weiß es nicht. So etwas hat er mir noch nie gesagt. Ich spüre einen Stich im Herzen. Was wenn er das tatsächlich ernst meint? Ich kann nicht ohne ihn nicht leben. Warum habe ich nicht einfach gesagt, was er hören will? Ich balle die Hand zur Faust und schlage auf die selbe Stelle, die Toni zuvor getroffen hat.
“Shit!”, fluche ich. Was soll ich jetzt nur tun? Ich habe keinen Plan mehr, nichts zu tun, keine Termine, die mich von all dem ablenken, ich habe meinen Weg aus den Augen verloren und den einzigen Menschen, der ihn mir zeigen kann, erfolgreich vertrieben. 
Ich hole tief Luft und versuche wieder einen klaren Gedanken zu fassen, doch es will mir nicht gelingen. Schließlich gebe ich wieder Gas und setze meine Fahrt quer durch die Stadt fort.

Ich weiß nicht, wie lange ich durch die Straßen New Yorks irre, bis ich den Kopf wieder frei habe und mir endlich ein Mensch einfällt, zu dem ich fahren kann. Ohne einmal anzuhalten erreiche ich die Villa meines Bruders, er ist der einzige, den ich um Rat fragen kann, der einzige der mich verstehen kann. Vor der geschlossenen Garage parke ich meine Maschine und steige ab. Hoffentlich ist er zu Hause, bete ich, während ich zur Tür gehe und klingele.
Es dauert einen Moment, bis sich Schritte nähern und Raphael mir die öffnet, er sieht mich an, als wenn er damit gerechnet hat, dass ich vorbei komme. Ohne etwas zu sagen, schiebt er die Tür weit auf, sodass ich das ganze Wohnzimmer einsehen kann, als er bei Seite tritt, verstehe ich, woher er gewusste hat, dass ich komme. Toni sitzt in einem der weißen Sessel, der ganze Raum riecht nach heißer Schokolade. Er sieht mich nicht an, sein Blick geht von der schwarzen Tasse in seiner Hand, hinaus aufs Meer. Ich spiele mit dem Gedanken umzudrehen und einfach wieder zu gehen, aber Raphaels legt seine Hand über meine Schulter, er drückte mich ins Haus und schließt die Tür nach mir. Wie angewurzelt bleibe ich an der Stelle stehen, auf die er mich schiebt. Ich will nicht mit Toni, sondern mit meinem Bruder sprechen. Raphael scheint das zu ahnen, denn er sagt kein Wort, er dreht sich einfach um und verlässt das Wohnzimmer, um uns allein zu lassen. Ich sehe ihm hilfesuchend nach, kann er nicht bleiben und unseren Streit schlichten, so wie er es schon so oft getan hat? Ich wende meinen Blick zurück auf die Tür, noch kann ich die Flucht ergreifen.
“Wenn du jetzt gehst, brauchst du nicht mehr wieder kommen!”, höre ich Toni mit angespannter Stimme sagen. Als ich zu ihm zurück sehe, hat sich sein Griff um die Tasse verkrampft, er kämpft mit zitternden Fingern darum, nicht die Beherrschung zu verlieren, während er es noch immer vermeidet mich anzusehen. 

Ich bleibe noch einen Moment unschlüssig an Ort und Stelle stehen, dann gebe ich mir einen Ruck. Ich komme ja doch nicht um diese Gespräch herum, also hole ich tief Luft und setze mich in Bewegung. Auf dem weißen Sofa, Toni direkt gegenüber, lasse ich mich nieder, er sieht mich noch immer nicht an. Was er jetzt wohl denkt? Es kommt nur selten vor, dass ich seine Gedanken nicht anhand seiner Mimik und Gestik erahnen kann, das macht mich unsicher. Mir fallen seine letzten Worte ein, die er mir an den Kopf geschleudert hat. Ob es ihm wirklich ernst damit ist, dass er fertig mit mir ist? Ich entscheide ihn damit zu konfrontieren, um ein Gespräch anzufangen:
“War das vorhin dein Ernst? Würdest du mich wirklich hängen lassen?”
Toni atme schwer, er braucht einen Moment, um mir zu antworten, nur langsam dreht er sich zu mir um und sieht mich mit dem selben finsteren Blick an, den er sonst seinen Feinden zuwirft, kurz bevor er sie tötet. Ich schlucke gedanklich und weiß meine Frage schon beantwortet, bevor er zu sprechen beginnt.
“Worauf du dich verlassen kannst! Wenn Raph nicht gewesen wäre, hätte ich schon längst meine Klamotten gepackt und hätte heute noch die Stadt verlassen.” Ich kämpfe die Tränen zurück, die mir bei seinen Worten in die Augen schießen und sehe unter seinem Blick hinweg. Ich drehe meinen Kopf nach rechts, weg von ihm und sehe hinaus auf das offene Meer. Was soll ich dem entgegen setzen? Ich habe keine Worte, die Toni aufhalten können, wenn er einen Entschluss gefasst hat und ich fühle mich noch immer nicht in der Lage dazu, mich einfach zu entschuldigen. Er ist es doch, der meine Autorität untergräbt, der über meinen Kopf hinweg entscheidet und das ausgerechnet jetzt, wo ich genug damit zu tun habe, mich als Chef der Locos durchzusetzen. Wie sieht das denn aus, wenn er für mich anruft und den Sekretär spielt?
“Ich kann ja gerade noch verstehen, dass du vor Aarons Leuten den Chef raus hängen lassen musst und vor einigen unser Männer, aber wenn du denkst, du könntest mich herum kommandieren, hast du dich geschnitten”, fährt er fort. Ich wage nicht meinen Blick wieder zu ihm zu drehen. Ich spüre, wie sich mir mit jedem weiteren Wort von ihm, die Kehle zuschnürt, ich will all das nicht hören, mich nicht damit auseinander setzen. Er spricht genau das an, was ich mir eigentlich selbst zum Vorwurf mache, aber ihm gegenüber nicht zugeben kann. 
“Ich bin mehr als nur dein Leibwächter und mehr als dein Laufbursche und das weißt du auch. Ohne mich würdest du nicht hier sitzen. Ich kann genau so gut Entscheidungen fällen wie du, wenn ich das für richtig halte und ich sage, wir machen jetzt eine Pause!” Seinen letzten Worten gibt er einen besonders tiefen Unterton, um ihnen Nachdruck zu verleihen, aber ich höre ihm nicht mehr zu. Gedanklich stehe ich noch immer in der engen Gasse, in der er mich zurück gelassen hat. In meinem Kopf klingen seine letzten Worte nach, ich kann sie und den Gedanken, er würde die Stadt wirklich verlassen, nicht ertragen. Automatisch spule ich die Zeit in Italien ab, in der ich geglaubt habe, er wäre tot. Der Kloß in meinem Hals wird größer, ich kann die Tränen nicht länger zurückkämpfen. Lautlos rollen sie mir über die Wangen, ich hoffe inständig, dass er es nicht sehen kann, so lange ich nur aus die gläsernen Verandatür, hinaus aufs Meer sehe.
“Enrico? … Enrico!”, ich höre nur meinen Namen aus all seinen Worten heraus. Seine Stimme verschwimmt in meinen Gedanken, als wenn uns hunderte Kilometer trennen würden. Ich weiß, dass was er sagt wichtig ist, aber es gelingt mir nicht ihm zuzuhören. Irgendwann kann ich die Situation nicht mehr ertragen, ich stehe auf und schreie so laut ich kann, um den Druck in mir loszuwerden:
“Dann hau eben ab, wenn du mich nicht mehr erträgst!” Ich laufe um den Tisch herum und will gehen, einfach nur weg von ihm und dem, was er mir zu sagen hat, aber er packt meinen Arm und hält mich fest. Erst jetzt sehe ich ihn wieder an, sein strenger Blick von eben hat sich aufgelockert, er sieht mich mit einer Mischung aus Unverständnisse und Sorge an, als er fragt: 
“Du hast kein Wort von dem gehört, was ich gesagt habe, oder?” 
“Lass los!”, bitte ich ihn mit bebender Stimme und wende mein nasses Gesicht von ihm ab. Ich will nicht, dass er meine Verzweiflung sieht, ich will ihm nicht sagen, dass ich nicht mehr weiter weiß, dass mir alles über Kopf wächst und er mit allem was er gesagt hat, recht hat, ich will vor ihm stark sein.
“Glaubst du ich bekomme nicht mit, dass du völlig Planlos bist? Denkst du ich sehe nicht, dass du es hasst dich ständig durchsetzen zu müssen, und von einem Termin zum anderen zu hasten?” Seine Worte treffen mich mitten ins Herz, ich spüre, wie immer mehr Tränen in mir aufsteigen. Ein Strom aus heißem Salzwasser überflutet mein Blickfeld, alles verschwimmt vor mir. Hat er meine Schwäche wirklich bemerkt? Ich habe mich doch so bemüht stark zu bleiben und alles zu regeln, ich bekomme das hin, ich muss, belüge ich mich wieder.

Toni zieht mich am Arm um den Tisch herum, ich habe nicht mehr die Willenskraft mich gegen ihn durchzusetzen, als er mich zu sich zieht und seine Arme um mich legt, lasse ich es ohne Gegenwehr geschehen. 
“Enrico, bitte!”, sagt er verzweifelt, “Du brauchst endlich mal Ruhe. Ich hab dich weder wegen Robin noch wegen Aaron wirklich heulen gesehen. Du stürzt dich doch nur in die Arbeit, um vor der Trauer zu flüchten. Hör endlich auf damit. Ich kann es nicht mehr ersehen, wie du dich kaputt machst. Bitte lass mich dir helfen!”
Noch so ein Thema, das ich nicht ertragen kann. Warum nur weiß er das alles? Ich habe nie mit ihm darüber gesprochen, all die Gefühle, die ich längst verdrängt und vergessen glaube brechen über mich herein. Aaron ist für mich der Vater gewesen, den ich nie hatte und Robin ist nicht nur meine Mentorin, sondern auch meine erste große Liebe gewesen. Mir fehlt ihr Rat, ihre einfühlsame Art und wenn jetzt auch noch Toni aus meinem Leben verschwindet, was dann? Dieser Gedanke zieht mir den Boden unter den Füssen weg. Ich lehne mich mit der Stirn gegen seinen Oberkörper und vergrabe meine Hände in seinem Hemd, um ihn festzuhalten. Ich verlagere mein ganzes Körpergewicht auf ihn, weil ich es selbst nicht mehr tragen kann.
“Lass mich hier nicht allein zurück …”, flehe ich ihn an, während mir die Stimme immer wieder durch mein Schluchzen versagt. Seine Arme legen sich noch enger um mich. Er sagt nichts, er hält mich einfach fest. Ich schließe meine Augen, die mittlerweile wie Feuer brennen und lasse mich einfach fallen.

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Zuletzt von Enrico am Mo Feb 01, 2016 11:18 am bearbeitet; insgesamt 29-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: 1. Kapitel ~Die Familie geht vor~   Do März 17, 2011 6:51 pm

Hi Schnuckel,
so, ich hab mir das hier jetzt mal durchgelesen. Ich kann dazu aber noch nichts sagen. Das mit der Seitenstraße kommt mir schon irgendwie bekannt vor, aber wann und wo es genau war, weiß ich nicht.
Ist aber mal wieder schön, etwas von dir zu lesen.

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BeitragThema: Re: 1. Kapitel ~Die Familie geht vor~   Fr März 18, 2011 7:14 am

Hey Hübscher,

freu mich das du so schnell gelesen hast, und stürz mich auch gleich noch auf das was du geschrieben hast.
Ich denke ich weiß wo das hier zeitlich hingehört. Es war eine Woche nach Aarons Tod, also kurz nach dem Angriff auf das Hochhaus der Drachen. Die chaotische Zeit eben in der wir erst mal alles ordnen mussten. ^^. Ich denke ich komm noch ein ganzes Stück weiter in dem Kapitel. Ich hab noch Bilder im Kopf bis wir dann zu Hause sind und ich ins Bett gehe. Schade das ich gleich schon wieder los muss. Aber nach der Schule mal sehen was ich da noch aufs Papier/den PC bringe^^.

mfg. Enrico

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BeitragThema: Re: 1. Kapitel ~Die Familie geht vor~   Fr März 18, 2011 7:32 pm

Hi Schnuckel,
hast du das gerade noch geschrieben, nachdem du nach Hause gekommen bist?
Irgendwie lese ich hier drin, deine Müdigkeit ... was der Sache auf einer Art und Weise ja sogar gut tut. So kommt das Ganze realistischer rüber.

Zitat :
Ich wand meinen Blick den großen Langen Fenster zu meiner Linken zu, die hinter einander in Reih und Glied sich bis zur entgegen gesetzten Wand immer wieder gleich wiederholten.

Der Satzt liest sich irgendwie seltsam. Ich würde ihn lieber auf zwei aufteilen. Ich musste ihn zwei Mal lesen um den Zusammenhang in den Kopf zu bekommen. Kann aber sein, dass auch ich einfach nur müde bin. Bzw. sagen wir mal so, dieses: wiederholten stört irgendwie, oder stört jetzt das gleich nach wieder ... aber wenn das weg fällt, dann würde es heißen: immer wieder wiederholten, und das ist auch Schwachsinn.
Ich denke mal, du weißt was ich meine.

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BeitragThema: Re: 1. Kapitel ~Die Familie geht vor~   Fr März 18, 2011 8:08 pm

Die wieder wiederholung ist da wirklich zu viel. Ich hab den Satz schon vor deiner Kritik umgebaut glaube ich, aber hier noch nicht aktualisiert. Danke für den Hinweis und ja bin immer noch müde aber momentan naja -.-. Ich schreibe seid bestimmt zwei Stunden mit Sandra. Ich bin auch froh drüber nicht im bett zu liegen grr. Man ich bin heute so drauf wie hier im Roman nur nicht schlafen sondern mit vielen Problemen und Menschen umgeben.

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BeitragThema: Re: 1. Kapitel ~Die Familie geht vor~   Di März 22, 2011 12:19 pm

Hi Schnuckel,
also diese Szene kommt mir bekannter vor als die davor.

knuddel
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BeitragThema: Re: 1. Kapitel ~Die Familie geht vor~   Mi März 23, 2011 11:19 am

Hi Schnuckel,
so ich habe dann mal weitergelesen.

Wie gesagt, ich kann dir nicht viel dazu sagen. War ja am schlafen.

Zitat :
Setzte sie sich etwa zu mir? Konnte sie nicht einfach gehen und mich schlafen lassen?

Hier würde ich eher einen Satz rausmachen. Oder ihn umschreiben. Da sich die Matratze bereits unter ihrem Gewicht gesenkt hat, brauchst du dir diese Frage ja eigentlich nicht mehr stellen.
Oder du schreibst es um: Wieso setzte sie sich jetzt auch noch, konnte sie nicht einfach gehen und mich schlafen lassen?

Das ist jetzt eine Stelle die ich gefunden habe.

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BeitragThema: Re: 1. Kapitel ~Die Familie geht vor~   Fr März 25, 2011 10:44 am

Hi Schnuckel,
so, erstens ich wusste, dass ich dir mit dem Wagen gefolgt bin. Zweitens, so wie du es beschrieben hast, passt es. Ich habe die Wand geschlagen und nicht dich. Und ja, den Satz den ich dir da gedrückt habe, habe ich ernst gemeint. Ich bin zur Villa gefahren, weil ich einfach nicht mehr konnte. Ich musste genauso mit jemanden reden, und da Raphael außer Susan, der einzige war, der mich verstehen konnte, fiel meine Wahl auf ihn. Ich musste in diesem Zeitpunkt sehr mit mir kämpfen, nicht einfach die Stadt zu verlassen und dich alleine zu lassen. Ich habe die Termine abgesagt, weil ich wollte, dass du endlich mal nachdenkst. Man muss nicht jedem etwas beweisen, aber das weißt du ja selbst. Aber es kam bei dir im Kopf einfach nicht an. Was mich aber auch so rasend gemacht hat, war, dass du laut geworden bist, womal es nicht dein Recht war. Ja, ich war "nur" dein Leibwächter, aber ich war auch noch viel mehr. Und niemand redet so mit mir ... jedenfalls nicht, wenn es mir um sehr wichtige Dinge geht, wenn es um den Menschen geht, der mir so viel bedeutet. In dem Moment hast du den Respekt den ich dir entgegengebracht habe, mit Füßen getreten.
Das Schlimme an der Sache war, dass du in dem Moment einfach nur noch deine scheiß Geschäfte gesehen hast. Mafia bedeutet, nicht nur Geschäfte und Geld. Es ist ein Zusammenhalt da, man hilft sich gegenseitig ... und das habe ich getan. Ich habe die Termine verlegt, ohne zu vergessen wie wichtig sie dir waren. Ich kann genauso wie du, sehr überzeugend sein, und auch ich habe meine Mittel und Wege, Dinge zu lenken. Selbst Aaron musste mal Termine verlegen, weil ihm die Familie über alles war. Du musstest damals einen Weg finden, Familie, Freunde, Mich ... ich bin ja kein normaler Freund ... und Geschäfte zu trennen. Nachdem Tod von Aaron lief manches sehr unstrukturiert ab, was mitunter auch damit zutun hatte, dass dir sein Tod sehr nahe gegangen ist, und du keine Plan hattest, wie du das alles schaffen solltest. Wir haben viele Gespräche zusammen geführt, in denen ich dir immer wieder gesagt habe, dass ich an deiner Seite stehe und dir helfe wo ich nur kann. Und das habe ich damals getan als du zwei Tage geschlafen hast.
Hätte ich das nicht getan, wärst du irgendwann an Übervorderung zusammengebrochen und das hätte bedeutet, dass du Aarons Erbe wirklich nicht mehr lange hättest weiterführen können.

So, das jetzt zu dem Teil ... den ich ganz klar vor Augen hatte und auch noch immer habe.
Endlich mal wieder etwas, zu dem ich auch viel mehr sagen kann.

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BeitragThema: Re: 1. Kapitel ~Die Familie geht vor~   Fr März 25, 2011 5:47 pm

Ich hab dir ja vor dem Fahrstuhl schon einiges dazu gesagt. Aber gut das du das alles so gesehen hast, wie ich es geschrieben habe. Ich hatte zwischendurch ein bisschen meine Zweifel.^^ Da waren aufeinmal so viele Bilder und ich war mir nicht sicher ob ich sie in der richtigen Reihenfolge gesehen habe.
Was Aarons Erbe angeht. Sicher da war alles unstrukturiert. Sein Tod kam zu überraschend und zum völlig falschen Zeitpunkt. Außerdem hatte ich die erste Zeit damit zu kämpfen mir die Autorität aufzubauen die er hatte. Es gab viele in seinen Reihen, die mich nicht als Chef akzeptieren wollten. Ich hab ständig um Respekt gekämpft in dieser Zeit und kam eigentlich auch gar nicht dazu die Trauer um Aaron zu bearbeiten. Ich hab auch lange gebraucht um zu merken, dass ich den Ton und die Umgangssprache die ich mir in dieser Zeit angewöhnt hatte, um anerkannt zu werden, auch gegen dich und andere eingesetzt habe, bei denen dass föllig unnötig und fehl am Platz war. Ich war eben mit der ganzen Situation überfordert.
Freu mich aber schon riesig darauf all das aufzuschreiben. Hab schon ganz schön in meinem Kopf strukturiert und so geplannt das es zusammenhängend und lesenswert wird, hoffe ich zumindest^^. Ha wir sind wohl beide wieder im Wölfe Schreibfieber.

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BeitragThema: Re: 1. Kapitel ~Die Familie geht vor~   Sa März 26, 2011 10:54 am

Hi Schnuckel,

was soll ich noch großes das zu schreiben. So wie du es geschrieben hast, kommt es schon hin. Ich wusste viel mehr als du erahnen konntest. Wenn man jemanden liebt, dann bemerkt man so etwas. Egal wie viel sich der andere auch anstrengt, seine Gefühle zu verheimlichen.

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