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 1. Kapitel ~Das Leben des Einen~

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Enrico
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BeitragThema: 1. Kapitel ~Das Leben des Einen~   So März 24, 2013 6:26 am

1. Kapitel
~Das Leben des Einen~


Vor ihm liegt sein Scharfschützengewehr. Antonio hat den Lauf auf den Vorsprung des Dachs aufgelegt, damit ihm die Arme vom Halten nicht schwer werden. Unter sich hat er seine Lederjacke ausgebreitet, die Beine weit auseinander gestreckt, um sein Gewicht auf eine möglichst große Fläche zu verteilen. Seine Haltung ist nicht unbequem, trotzdem schlafen ihm allmählich die Gliedmaße ein. Eine leichter Wind zieht über ihn hinweg.
„Ziel auf die leere Flasche!“, fordert Butch. Der dunkelhäutige Hüne, der neben ihm liegt, sieht durch ein Fernglas.
Antonio sucht den erwähnten Gegenstand und findet ihn auf einer Parkbank. Er atmet tief durch. Seine Haltung verspannt sich, all seine Gedanken richten sich auf das Ziel, sämtliche Geräusche, seine ganze Umgebung blendet er aus. Ein letztes Mal prüft er seine Haltung, ein letztes Mal die Ausrichtung des Gewehrs, dann hält er den Atem an. Sein Zeigefinger legt sich um den Abzug. Er drückt ab. Der Rückschlag des Gewehrs trifft seine Schulter.
Auf den Mundwinkeln Butchs bildet sich ein Lächeln. „Nicht schlecht. Schaffst du auch den Kronkorken?“
Antonio schaut durch den Sucher an seinem Gewehr. Unter der Parkbank verteilen sich Glasscherben, mitten unter ihnen liegt der Kronkorken. Antonio lädt die Waffe nach. Er übt jetzt schon ein ganzes Jahr, doch noch nie hat er mit dieser Waffe auf zwei Kilometer etwas so kleines getroffen. Angespannt fährt er sich über die Lippen. Noch ein kleines Stück nach rechts.
Ein starker Wind zieht an seinen Haaren, er fegt über ihn und das Dach hinweg.
Antonio schießt. Der Rückschlag verzieht die Sicht im Sucher. Er muss die Waffe neu ausrichten, um sehen zu können, ob er getroffen hat.
„Mhm, fast. Warte das nächste Mal, bis der Windstoß vorbei ist“, rät Butch.
Antonio atmet aus. Er ärgert sich, das nicht bedacht zu haben und lädt neu durch.
Butch rutscht vom Dachrand zurück, er stellt das Fernglas auf dem Boden ab. „Lass uns Schluss machen. Sammle die leeren Patronenhülsen ein, dann sieh zu, dass du zum Boxclub kommst. Michael wird dein Training dort fortsetzen.“
Unwillig lässt Antonio den Blick auf den verfehlten Kronkorken gerichtet. Das muss doch zu schaffen sein.
„Hast du mir zugehört?“, fragt Butch.
„Ja!“ Antonio drückt ab. Wieder sucht er die Bank. Als er sie gefunden hat, ist der Kronkorken verschwunden. Ein Lächeln breitet sich auf seinem Gesicht aus.
Butch kommt zu ihm. Der Schatten des großen Mannes legt sich über ihn. Erschrocken richtet Antonio seinen Blick nach oben.
Mit finsterer Miene reißt Butch ihm das Gewehr aus der Hand. „Zisch ab!“
Augenblicklich rutscht Antonio vom Dachrand zurück. Schnell zieht er sich die Jacke über und sammelt die leeren Hülsen ein.
„Die Waffe nehme ich mit, ich hab noch was zu erledigen“, sagt Butch. Er packt das Gewehr in die mitgebrachte Tasche, dann verlässt er das Dach über die Feuerleiter.
Antonio sieht ihm schweigend nach.
Es ist das erste Mal, dass er dem Mann zugeteilt wurde. Bisher hat er ihn nur hin und wieder in Michaels Begleitung gesehen, wenn sie zusammen in der Kantine aßen. Was genau diese Übung hier zu bedeuten hatte, ist ihm ein Rätsel.
Butch hat auch nicht viele Worte darüber verloren.
Doch es bringt nichts, sich darüber den Kopf zu zerbrechen. Antonio sammelt die letzten Hülsen ein und packt sie in seine Hosentasche. Er verlässt das Dach auf dem selben Weg wie Butch.
Gedankenverloren folgt er der Straße. Immer wieder wandern seine Gedanken zur Kantine im Hochhaus, wo er sein Apartment hat. Das Knurren seines Magens begleitet ihn.
Wie gern hätte er am Morgen etwas gefrühstückt. Auch gestern hat er nichts gegessen. Die Typen aus dem Boxclub, haben ihm die Essensmarken für die ganze Woche geklaut. Geld hat er auch keines, um sich irgendwo etwas zu kaufen. Aber zum Glück bekommt er heute von seinem Ausbilder neue Marken. Wenn er sie nur schon in den Händen halten würde.
Wie gut dass es nicht mehr weit ist. Nur noch vier Blocks, dann ist er zu Hause.
Gedanklich steht er bereits in der Kantine und lässt sich von der Bedienung einen Teller reichen. Was soll er nur nehmen? Nudeln mit Tomatensoße, Gulasch mit Kartoffeln oder gebratenen Fisch mit Reis? Ihm läuft das Wasser im Mund zusammen. Er sieht die Kantine, mit ihren Auslagen und den verschiedenen, warmen Speisen, bereits vor sich. Wenn er nur daran denkt, wird ihm schlecht vor Hunger.
Sein Magen zieht sich krampfhaft zusammen, ein Stechen zwingt ihn dazu langsamer zu gehen. Seine Kehle ist rau und wie zugeschnürt. Übelkeit überkommt ihn. Mit aller Kraft drängt er den Brechreiz zurück. Ein trüber Schleier legt sich über seine Augen. Die Welt verschwimmt. Seine Beine wollen ihn nicht mehr tragen. Er muss stehen bleiben, um nicht das Gleichgewicht zu verlieren. Mit den Händen sucht er nach Halt und findet ihn, in den Maschen eines Drahtzaunes. Immer wieder atmet er durch, nur langsam will sich das Stechen in seinem Magen beruhigen. Das Schwindelgefühl legt sich, sein Blick klart auf.
Hinter dem Maschendrahtzaun erstreckt sich ein großer Basketballplatz, er besteht aus zwei Körben und trägt runde Markierungen auf dem Boden. Etliche Jugendliche lungern dort herum.
Hinter dem Platz steht ein großes Backsteingebäude. Auf dem roten Dach, erhebt sich ein kleiner Turm. Seine alte Schule.
Es ist lange her, als er selbst Schüler hier war. Damals hatte seine Mutter noch gelebt und er war nicht auf das Wohlwollen seiner Ausbilder angewiesen. Er hat zu dieser Zeit nicht zu schätzen gewusst, wie schön es ist, zur Schule zu gehen. Der Unterricht hat ihn meist gelangweilt und er hat ihn oft geschwänzt.
Jetzt wäre er froh, wenn er nur einen einzigen Tag dort verbringen dürfte. Ein ganz normaler Vierzehnjähriger sein und sich mit Freunden verabreden. Was wäre das für ein Leben?
All die Jungen und Mädchen dort, sind so ausgelassen. Immer wieder scherzen sie miteinander. In kleinen Gruppen stehen sie zusammen und unterhalten sich, über die Belanglosigkeiten ihres Alltags.
Das ist so ganz anders, als seine Welt: Wenn sich überhaupt jemand mit ihm unterhält, dann im Befehlston und nur über seine nächste Aufgabe. Dabei kommt Antonio lediglich ein 'Ja' oder 'Verstanden' über die Lippen. Wirklich gesprochen hat er schon seit Wochen nicht mehr.
Antonio kann sich nicht von den Schülern lösen. Seine Aufmerksamkeit bleibt an einem blonden Jungen hängen, der einem Ball nachläuft. Als sich ihre Blicke treffen, hält er inne.
Die stechend blauen Augen des Jungen, ziehen Antonio in seinen Bann. Argwöhnisch mustert der Fremde ihn, als wenn er ihm direkt in die Seele blicken kann.
So finster wie möglich, versucht Antonio dem Blick standzuhalten, doch es gelingt ihm nicht. Ein seltsam fremdes Gefühl nagt an ihm. Er senkt den Blick und kramt er in der Jacke nach seiner Taschenuhr. Verdammt! Er hatte fast eine halbe Stunde für den kurzen Weg gebraucht. Michael wird ihn vierteilen. Ohne noch einen weiteren Moment kostbarer Zeit zu vergeuden, rennt Antonio los.

Wenig später steht er vor einer großen Eisentür. Das Herz hämmert ihm gegen den Brustkorb. Hier ist er schon so oft geschlagen worden. Michael nennt das Training, doch bis jetzt hat Antonio nichts dazu gelernt.
Zögernd legt er die Hand auf die Klinke. All seine Sinne sagen ihm 'lauf weg'. Antonio atmet tief durch, dann zwingt er sich die Tür zu öffnen.
Eine große Halle öffnet sich, in ihr hängen ein dutzend Boxsäcke von der Decke. In der Mitte stehen zwei umzäunte Ringe, in denen jeweils zwei Jungen mit bandagierten Händen trainieren. Sie tragen Turnschuhe und Shorts, ihre Oberkörper sind nackt.
Außer den vier Jugendlichen, ist noch ein Mann in der Halle. Er steht an dem hintersten Boxsack und schlägt mit seinen Fäusten auf ihn ein.
Antonio muss schlucken, als ihn die Vorahnung der Schläge überkommt, die bald ihn treffen werden. Nur zwei Schritte wagt er sich in die Halle hinein, während hinter ihm die Tür ins Schloss fällt.
Der Knall lässt alle Anwesenden in seine Richtung schauen.
Er versucht sich klein zu machen, doch hier gibt es keine Deckung vor ihren Blicken. Obwohl Antonio nicht aufsieht, spürt er ganz deutlich, dass Michael ihn mustert.
„Du bist spät dran!“, sagt er.
Antonio fährt zusammen. Noch immer traut er sich nicht, einen weiteren Schritt zu gehen. Ihm fällt auch keine passende Entschuldigung ein, also schweigt er.
„Na wenigstens kommst du mir heute nicht mit irgendwelchen Ausreden. Los, beweg dich und komm her!“
Wie in Trance setzt Antonio seinen Weg fort. Den Blick lässt er auf den Boden gerichtet. Seine Hände sind eiskalt, seine Arme zittern.
„Wie lief es mit Butch? War er zufrieden?“, will sein Ausbilder wissen.
Antonio erreicht ihn. Er kennt die Antwort nicht, also hebt er die Schultern.
Michael rollt mit den Augen. „Zieh deine Jacke und das Hemd aus! Ich will sehen, ob du seit gestern etwas dazu gelernt hast.“
Antonio gehorcht, nach und nach entledigt er sich seiner Sachen.
Michael scheucht unterdessen die zwei Jugendlichen aus dem hintersten Ring und steigt dann selbst hinein.
Antonios Oberkörper, ist mit blauen Flecken übersät, ein Großer zieht sich über seinen linken Brustmuskel, ein tief lila gefärbter, schlängelt sich über seine Schulter. Etliche weitere verteilen sich in allen möglichen Farben, punktuell über den Rest seines mageren Körpers. Er steigt zu seinem Ausbilder in den Ring.
Ungeduldig mustern ihn die dunklen Augen Michaels. Die schwarzen Haare rahmen das kantige Gesicht. Seine Muskelmasse lässt Michael wie einen Schrank wirken, er ist gut zwei Meter groß. Über seinen Oberkörper zieht sich ein asiatischer Drache, der das, mit scharfen Zähnen gespickte Maul, weit aufreißt.
Die restlichen Jugendlichen haben ihr Training unterbrochen, sie kommen zusammen und platzieren sich jeder an einer Ringseite. Antonio wirft ihnen abschätzige Blicke zu. Wie er diese schadenfrohen Mistkerle hasste.
„Hey! Sieh mich gefälligst an!“, fordert Michael.
Erschrocken richtet Antonio seine Aufmerksamkeit auf ihn.
Sein Ausbilder hat die Arme vor der Brust verschränkt. Abfällig schüttelt er den Kopf, dann lockert er seine Haltung und befiehlt: „Greif mich an!“
Antonio zögert. Gestern hatte Michael seinen ersten Schlag geblockt, bevor Antonio zu einem weiteren Angriff gekommen war, traf ihn schon ein Tritt in den Magen und ließ ihn zu Boden gehen.
„Nun mach schon!“, schreit Michael.
Wieder zuckt Antonio zusammen, Angst kriecht ihm den Rücken hinauf und lähmt ihn. Als er sich nicht rührt, macht Michael einen Schritt auf ihn zu.
Instinktiv reißt Antonio die Arme vor das Gesicht und blockt den Angriff ab. Vibrierender Schmerz verteilt sich auf seiner Haut. Ein neuer Hieb trifft ihn am Oberarm, dann einer an der Hüfte. Antonio zieht die Luft scharf ein. Scheu sieht er zu Michael auf. Es ist das erste Mal, dass er nach drei Angriffen seines Ausbilders noch steht, doch vergeblich sucht er im Gesicht des Mannes nach einem anerkennenden Blick.
Michaels Mine ist so ernst wie immer. Er dreht sich einmal um sich selbst.
Sein Tritt trifft Antonio in den Magen. Die Wucht hebt ihn von den Beinen und lässt ihn rücklings in die Matte fallen. Krampfhaft umschlingt Antonio seinen Bauch. Die Luft bleibt ihm weg. Brechreiz steigt ihm in die Kehle, er würgt und hustet.
„Steh auf!“, fordert Michael .
Keuchend sieht Antonio zu ihm auf. Zitternd nimmt er die Arme vom Bauch und stemmt sie in die Matte. Vergeblich versucht er sich nach oben zu drücken. Seine Muskeln wollen ihm nicht gehorchen.
Lauernd beobachtet Michael ihn und legt die Hände an die Hüften. Er seufzt tief, dann sagt er: „Du bist wirklich zu nichts zu gebrauchen! Verschwinde! Deine Essensmarke für heute kannst du vergessen. Wer nicht kämpfen kann, hat auch kein Essen verdient.“ Michael bedeutet ihm, mit einem Wink seiner Hand, dass er entlassen ist.
Unschlüssig sieht Antonio ihn an.
„Was denn? Schaffst du es nicht mal aus dem Ring raus?“
Antonio versucht aufzustehen, doch es geht nicht.
Michael packt seinen Arm, mit einem Ruck stellt er ihn auf die Füße.
Antonio legt sich die Hand auf den schmerzenden Bauch, er meidet den Blick seines Ausbilders.
„Los, geh mir aus den Augen!“
Antonio beißt sich auf die Unterlippe, Tränen zwingen sich ihm in die Augen. Stumm wendet er sich ab und schlüpft unter der Ringabgrenzung hindurch. Langsam trottet er zu seinen Sachen, sein Hemd zieht er sich an.
Die anderen Jungen rücken näher zusammen, sie beginnen zu tuscheln.
„So ein Schwächling.“
„Aus dem wird nie ein richtiger Drache.“
Antonio greift nach seiner Jacke. So schnell ihn seine Beine tragen können, verlässt er die Halle.
Was wissen diese Idioten denn schon? Bei ihnen ist Michael nie so streng. Dieser ganze Kampfsportmist liegt Antonio eben nicht. Das wird er nie lernen.
Eilig läuft er den Flur entlang zum Fahrstuhl. Das Gitter reist er auf und steigt ein. Für heute hat er genug davon, ein Drache zu sein. Er will einfach nur noch in sein Zimmer. Im Fahrstuhl wählt er den neunten Stock. Mit einem Ruck setzt sich die Kabine in Bewegung.
Jetzt wo er allein ist, wo ihn keine feindseligen Blicke mehr treffen, kommt er nicht mehr gegen die Tränen an. Heiß laufen sie ihm über den Wangen. Er ist kein Schwächling, er hat die Aufnahmeprüfung bestanden und dafür sogar einen Mann getötet. Hat das nicht gereicht? Antonio ist längst ein Drache, warum behandeln sie ihn nicht endlich so?
Der Fahrstuhl stoppt, zügig setzt Antonio seinen Weg fort. Er folgt dem Flur, von dem etliche Türen abgehen. Noch im Laufen kramt er seinen Schlüssel aus der Hose. Schon von Weitem kann er das Miauen seines Katers hören. Schabende Geräusche gehen von einer der Türen aus. Antonio bleibt vor ihr stehen und schließt auf.
Ein weißer Perser zwängt sich durch den geöffneten Spalt. Schnurrend beginnt er Antonios Beine zu umrunden. Eng schmiegt er seinen mageren Körper an ihn.
Antonio bückt sich nach dem Tier und nimmt es auf den Arm. Mit ihm geht er in sein Einzimmerapartment und knallt die Tür nach sich zu. Den Kater drückt er fest an sich und lehnt sich mit dem Rücken an die Wand. Langsam lässt er sich auf den Boden sinken. „Es tut mir leid Snowflake. Ich habe heute nichts für dich“, flüstert er dem Kater ins Ohr.
Das Tier miaut und reibt seinen Kopf an ihm.
Langsam versiegen Antonios Tränen, sein Blick schweift umher.
Ein einfacher Kleiderschrank, ein Bett, ein kleiner Tisch, nichts davon gehört ihm. Er ist hier nur geduldet, solange er tut, was man ihm befiehlt. „Auf der Straße, war es schlimmer“, versucht Antonio sich einzureden. Seine Hand wandert an das Kreuz um seinen Hals. Das kalte Metall lässt er durch seine Finger wandern. Mit dem Daumen fährt er über den roten Rubin in der Mitte. „Mutter“, flüstert er.

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Zuletzt von Enrico am Mi Mai 02, 2018 5:40 pm bearbeitet; insgesamt 43-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: 1. Kapitel ~Das Leben des Einen~   Sa März 30, 2013 1:15 pm

Hallo Enrico,

ich habe hier mal angefangen zu lesen.
Bisher klingt es ja schon mal spannend.
Ich bin aber noch nicht sehr weit gekommen.

Ich habe mir mal die Zeit genommen und habe den Anfang den du geschrieben hast, umgewandelt.
Ich weiß ja nicht, aber vielleicht hört sich das einwenig besser an.


Bevor er ihn kannte, lebte er wie ein hungriges Tier, immer auf der Suche, gehetzt und scheu.
Er sprach mit keiner Sterbensseele, befolgte lediglich die Befehle die ihm erteilt wurden.

Seit zwei Tagen hatte er nichts mehr gegessen. Das war seine Strafe für den verpatzten Auftrag und das zuspätkommen von Gestern. Sein Magen rebellierte und jede Bewegung schmerzte. Das Knurren in ihm war das Einzige, das er hier oben zu hören bekam.
Er versuchte den Gedanken an etwas Essbares zu verdrängen, doch im Angesicht seiner Schmerzen, war es fast unmöglich. Es schien als ob sich die reale Welt in ein Trugbilderbuch verwandeln würde. Er sah Dinge, die überhaupt nicht möglich waren. Aus Fenstern wurden Toastbrote, aus Dächern und Schornsteinen, Bananen und Äpfel.
Kopfschüttelnd versuchte er das Gesehene loszuwerden. Er musste sich konzentrieren und die Fassung bewahren. Die Bilder durften keine Überhand gewinnen. Er legte seine Hand auf Bauchhöhe und atmete mehrmals hintereinander tief durch.
Ungeduldig beobachtete er das Gebäude auf der gegenüberliegenden Straßenseite.
Konnte dieser verdammte Kerl nicht endlich nach Hause kommen. Wie lange musste er denn noch ausharren? Geschlagene fünf Stunden lag er nun schon auf diesem Dach; und weiß Gott wie viele Stunden davon hatte er sich nicht gerührt.
Die Beine hatte er weit auseinander gestreckt, um sein Gewicht auf eine möglichst große Fläche zu verteilen. Die Haltung war nicht unbequem dennoch, schliefen ihm so langsam Hände und Beine ein.
Vor ihm lag sein Scharfschützengewehr. Er hatte den Lauf auf den Vorsprung des Daches aufgelegt, damit ihm der Arm während des Haltens nicht schwer wurde. Danach, warten, warten, warten …
Er wusste, dass die Zielperson eine Wohnung im gegenüberliegenden Haus bewohnte und dass sie dort früher oder später auftauchen musste. Aber bisher hatte sich nichts getan.
Er atmete schwer aus und blinzelte. Seine Augen brannten wie Feuer, vor lauter Konzentration. Für einen Moment wurde sein Blick getrübt. Er rieb sich mehrmals mit dem Handrücken über die Augen, solange bis sie sich beruhigt hatten.

Irgendetwas fehlte mir bei deinem Anfang.

Ich hoffe, du nimmst es mir nicht krumm, dass ich dein Geschriebenes einfach mal so, umgearbeitet habe. Wenn dir das nicht zusagen sollte, dann sags mir bitte.
Ich will hier ja nicht den Oberlektor spielen oder so.
Ich bin eben ein direkter Mensch, und sag das, was ich denke.

Wünsch dir frohe Ostern

Gruß Sebbi

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BeitragThema: Re: 1. Kapitel ~Das Leben des Einen~   Sa März 30, 2013 6:53 pm

Nein, ist schon okay dein Anfang kling wirklich besser. Ich mag den ersten Teil selbst nicht so sehr ist noch aus einer ölteren Version aber momentan habe ich keinen Elan mehr zum Überarbeiten. Zu viel Kritik in den letzten Wochen. Aber das hat jetzt nichts mit deiner zu tun. Wenn es Okay ist, würde ich gern deine Version oben einfügen, weil ich sie wirklich besser finde?

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BeitragThema: Re: 1. Kapitel ~Das Leben des Einen~   So März 31, 2013 10:17 am

Oh, das hört sich ja gar nicht gut an.
Kritik an deiner Geschichte?
Du kannst meine Version gerne übernehmen.

Gruß Sebbi
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BeitragThema: Re: 1. Kapitel ~Das Leben des Einen~   So März 31, 2013 2:12 pm

Ja so ziemlich viel. Ich hab nichts gegen Kritik aber in letzter Zeit ist beinah alles nieder gemacht worden und da meldet sich dann schnell wieder meine Schreibblockade. Und da dieses Geschichte viele persönliche Erinnerungen enthält, fällt es mir ohnehin schwer darüber zu schreiben. Besonders nach den letzten beiden Jahren, die hinter mir liegen...

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BeitragThema: Re: 1. Kapitel ~Das Leben des Einen~   Mo Apr 01, 2013 10:00 am

Das hört sich ja fast schon so an, als ob du einen heiden Stress hinter dir hättest.
Da kann man gut verstehen, dass man da erstmal Abstand vom Schreiben nimmt.

Ich sag mir immer, bloß nicht den Kopf in den Sand stecken.

Gruß Sebbi
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