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 1. Kapitel ~Das Leben des Einen~

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Enrico
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BeitragThema: 1. Kapitel ~Das Leben des Einen~   Sa Jan 21, 2012 1:35 pm

1. Kapitel
~Das Leben des Einen~

Bevor wir uns trafen, bin ich ein ganz normaler Junge gewesen. Ich gehe zur Schule, bin einer der besten Schüler, habe Freunde und ein Zukunft. Nur Familiär sind mein großer Bruder Raphael und ich auf uns allein gestellt. Mein Vater starb bei einem Autounfall und wo unsere Mutter geblieben ist, werde ich wohl nie erfahren. Raphael hat stets ein Geheimnis daraus gemacht. Er sagte nur, wir sind ohne sie besser dran. Ich bin zu klein gewesen, um mich an sie oder unseren Vater erinnern zu können. Für mich gibt es immer nur Raphael. Er ist sechs Jahre älter als ich und für mich Mutter, Vater und Bruder zugleich. Wir wohnen in einem heruntergekommen Haus, in einer der miesesten Gegenden von Brooklyn. Trotzdem geht es uns nicht schlecht. Raphael macht eine Lehre zum Kfz-Mechaniker, er verdient genug, um uns zu ernähren, die Gas- und Stromrechnung zu begleichen und einen alten rostigen Fiat zu unterhalten. Den hat er von seinem Chef geschenkt bekommen. Reiner ist sehr zufrieden mit ihm und seiner Arbeit, oft legte Raphael Überstunden ein und bekommt dafür unter der Hand immer mal wieder etwas zugesteckt. Ich helfe auch aus, wenn Not am Mann ist und lerne quasi mit Raphael, auch wenn ich nicht wie er, bei Reiner unter Vertrag stehe. Trotzdem gibt er mir immer mal wieder ein paar Doller und die Aussicht darauf, dass ich ebenfalls in seiner Werkstatt anfangen darf, sobald ich die Schule beendet habe. Unsere Zukunft ist abgesichert. Deswegen verstehe ich auch nicht, warum Raphael mir jeden Tag aufs neue predigte, dass ich mich in der Schule anstrengen muss, als wenn ich das nicht selbst wüsste. Ich habe gute Noten, bin ein Einser Schüler und habe trotzdem das Gefühl, Raphael nie zufriedenstellen zu können.

Auch heute Morgen darf ich mir eine seiner Predigten anhören. Wir sitzen im Auto, Raphael fährt mich wie jeden Morgen zur Schule. Seid ich Stress mit den Jungs aus der Nachbarschaft habe und sie mir eines Morgens aufgelauerten und mich um mein Pausengeld gebracht haben, tut er das. Ich empfinde seine Fürsorge als übertrieben. Seid diesem Vorfall nehme ich in der Schule an einem Selbstverteidigungskurs teil. Ich kann mich inzwischen ganz gut allein schützen, aber er besteht darauf.
"Enrico, hast du für die Mathearbeit gelernt?", will er von mir wissen. Ich sehe aus dem geöffneten Fenster. Die Scheibe habe ich nach unten gekurbelt, der frische Fahrtwind erfüllt den Innenraum des Fiats, er spielt mit meinen kurzen Haaren und wühlt sie durcheinander. Ich genieße die kühle Priese. Wir haben Hochsommer und 25 Grad im Schatten, der Asphalt der Straße ist so aufgeheizt, dass die Luft über den Autos vibriert und das um acht Uhr Morgens. Der Highway ist voll, wie immer um die Zeit. Wir kommen nur im Schritttempo voran, es ist ermüdend, das mit anzusehen. Ich gähne herzhaft und stelle mir vor, wie schön es gewesen wäre, noch im Bett zu liegen und auszuschlafen.
"Enrico, ich habe dich etwas gefragt!", knurrt Raphael. Erst jetzt registriere ich, dass er mich angesprochen hat. Ich schaue zu ihm, er sieht mich grimmig an, hat die Augenbrauen tief ins Gesicht gezogen und erwartet scheinbar eine Antwort von mir. Ich überlege, aber mir will nicht einfallen, was er mich gefragt hat.
"Was?", muss ich nachfragen. Seine Gesichtszüge verfinstern sich zunehmend, seine Finger legen sich enger um das Lenkrad, in seinen graublauen Augen kann ich lesen, dass diese Antwort die Falsche gewesen sein muss.
"Ich habe dich gefragt, ob du für die Mathearbeit gelernt hast!" Ach, darum geht es ihn. Ich rolle mit den Augen und wende meinen Blick von ihm ab. Es ist spannender mir die Autos auf dem verstopften Highway anzusehen, als mit ihm darüber zu sprechen.
"Nein, hab ich nicht!", entgegne ich ihm wahrheitsgemäß. Ich brauche Raphael nicht anzusehen, um zu wissen, dass ihm spätestens jetzt der Geduldsfaden reißt.
"Enrico!", faucht er mich an. Ich grinse in mich hinein. Er regt sich völlig zu unrecht auf. Ich kann die Aufgaben, ich habe sie bereits im Unterricht begriffen und langweilig gefunden. Warum soll ich also für etwas lernen, was ich bereits kann?
"Ich kann den Mist!", fauche ich, "Es geht doch nur um binomische Formeln und Formel umstellen."
"Es macht mich wahnsinnig, dass du immer alles auf die leichte Schulter nimmst ...", fährt er fort. Ich spreche gedanklich seine nachfolgenden Worte mit, immerhin kenne ich sie bereits auswendig.
"Reiner stellt dich nur mit einem guten Zeugnis ein. Vergiss das nicht, oder willst du so enden wie unsere Mutter?" OK, der letzte Teil ist neu. Was ist unser Mutter denn zugestoßen? Ich sehe Raphael fragend an. Augenblicklich wendet er sich ab, scheinbar hat er mehr ausgesprochen, als er wirklich sagen will.
"Was ist denn mit unserer Mutter?", harke ich nach und sehe ihn eindringlich an. Er gibt mir keine Antwort. Wie immer, wenn es um sie geht, tut er so, als wenn er mich nicht gehört hat.
"Raphael, ich bin jetzt 15 Jahre alt, meinst du nicht, dass ich die Wahrheit langsam verkraften kann?", frage ich ihn. Ich habe schon immer das Gefühl, dass er mich vor etwas schützen will und deswegen schweigt. Wieder gibt er mir keine Antwort. Ich seufze schwer und sehe aus dem geöffneten Fenster, es ist sinnlos mit ihm darüber zu sprechen.

Wir erreichen den Parkplatz der Schule, Raphael hält direkt vor dem Schulgebäude. Warum er das tut, verstehe ich nicht. Hat er Angst, mir könnte auf den letzten paar Metern doch noch etwas zustoßen? Ich rolle mit den Augen und öffne die Tür. So ist er eben, ich werde ihn sicher nicht mehr ändern können.
"Enrico, ich bin heute erst spät Abends wieder da. Wir haben noch Pizza im Tiefkühlfach. Mach dir die warm!", lässt er mich wissen, während ich aussteige und meinen Rucksack mit dem Skateboard schultere. Ich werfe die Tür des Fiats nach mir zu, dann sehe ich Raphael enttäuscht an.
"Du hast versprochen, wir gehen heute Nachmittag zusammen in den Park Fußball spielen. Du wolltest mir einen neuen Schuss zeigen!", brumme ich. Es ist schon ewig her, dass wir etwas gemeinsam unternommen haben. Dieser Ausflug ist seid Wochen geplant. Ich freue mich seid Tagen auf nichts anderes mehr. Ich weiß, das Raphael arbeiten muss, um für unseren Lebensunterhalt zu sorgen, aber kann er sich nicht wenigstens ein Mal freinehmen?
"Reiner hat einen neuen Kunden, der eine Menge Geld einbringen kann, wenn er ihn zufrieden stellt. Es würde auch was für uns dabei herausspringen und wir brauchen das Geld. Ich wäre auch lieber mit dir in den Park gegangen." Irgendwie kann ich ihm das nicht glauben. Raphael blüht in seiner Arbeit auf. Manchmal habe ich den Eindruck, wenn es ein Bett in der Werkstatt geben würde, er würde dort übernachten. Ich seufze genervt und weiß nicht, was ich darauf antworten soll. Das wir das Geld brauchen, weiß ich selbst, besonders jetzt, wo das Dach unseres Hauses undicht geworden ist. Beim letzten Gewitter haben sich etliche Dachziegel gelöst, die müssen wir nun ersetzen.
"Triff dich doch mit ein paar Freunden im Park!", schlägt Raphael mir vor, als er sieht, wie niedergeschlagen ich bin. Tolle Idee! Mit meinen Freunden kann ich mich immer treffen.
"Mhm!", murre ich. Als wenn es das Selbe ist, wie mit ihm unterwegs zu sein. Ich habe doch nur noch ihn.
"He, wir holen das nach!", verspricht er.
"Ja, schon gut!", gebe ich mich geschlagen. Wir wissen beide, dass er das nicht tun wird. Wann denn auch? Er arbeitet selbst am Wochenende. Wenn ich ihm dabei nicht helfen würde, würden wir uns die ganze Woche nicht sehen.
"Ich muss jetzt los, sonst komm ich noch zu spät!", erklärt er mir. Es ist für ihn ein großer Umweg, mich hier her zu bringen, er muss sich sputen, wenn er noch pünktlich sein will und Reiner legt großen Wert auf Pünktlichkeit.
"OK, bis morgen Früh!", mit diesen Worten lasse ich ihn ziehen. Raphael nickt mir zu, dann fährt er Rückwärts aus der Parklücke und wendet den Wagen. Ich sehe ihm nach, während er das Schulgelände verlässt und auf die Hauptstraße fährt. Der Fiat wird immer kleiner und ich muss seufzen. Wie ich es hasse, dass wir arm sind. Das Auto meines Bruders verschwindet hinter dem nächsten Block, wahrscheinlich werde ich ihn erst am Samstag Morgen wieder sehen, wenn wir uns beide fertig machen, um zur Arbeit aufzubrechen.

"Enrico, guten Morgen!", höre ich die Stimme eines Mädchens meinen Namen rufen. Ich drehe mich um. Anette steht auf der Treppe, die ins Schulgebäude führt, wie jeden Morgen hat sie dort auf mich gewartet. Sie steht im Kreis mit drei anderen Mädchen aus unserer Klasse und lächelt mich warmherzig an. Ihrer blonden Engelslocken fallen ihr seidig über die Schultern, ihre Schultasche hält sie mit beiden Händen fest umklammert vor ihrem Körper. Sie trägt einen blauen Minirock und ein weißes Oberteil mit einem unleserlichen Schriftzug auf der Vorderseite. Es ist schon so alt, dass es mittlerweile durch das viele Waschen verblast ist. Anette hat keinen Vater mehr und lebt mit ihrer Mutter in einem billigen Apartment. Sie haben noch viel schlimmere, finanzielle Probleme als Raphael und ich, trotzdem lächelt sie immer. Anette hat für jeden ein offenes Ohr und ist eine wahre Frohnatur. Auch mich steckt ihr Lächeln an. Ich vergesse weswegen ich mich geärgert habe und freue mich auf den Tag mit ihr und meinen Freunden.
"Guten Morgen!", grüße ich sie und die anderen Mädchen, dann gehe ich zu ihnen.

Noch bevor ich sie erreicht habe, überkommt mich das Gefühl beobachtet zu werden, ich bleibe stehen und sehe mich suchend um. Mein Blick folgt denen der Mädchen, die an mir vorbei, zu einer anderen Person sehen. Mir fällt ein Junge auf, der hinter dem Zaun steht, der das Schulgelände von der Straße abgrenzt. Er hat schwarze, schulterlange Haare, die sich an ihrer Spitze zu kleinen Locken zusammen drehen. Seine Augen sind stechend Grün, ich kann die Farbe selbst aus dieser Entfernung gut erkennen. Er trägt eine schwarze Lederjacke, auf beiden Ärmeln ist ein roter, asiatischer Drache aufgenäht. Ich wundere mich darüber, dass er bei dieser Hitze eine Jacke und schwarze Lederhandschuhe trägt. Unter der Jacke trägt er ein weißes T-Shirt, seine schwarze kurze Jeans ist zerrissen, seine Knie haben Schürfwunden. Ich habe ihn schon oft hier gesehen, immer um dieselbe Zeit steht er dort und beobachtet die Schüler, dabei schaut er grimmig vor sich hin.
Heute ruhen seine alles durchbohrenden, smaragdgrünen Augen auf mir. Was er wohl für ein Problem hat? Er ist in meinem Alter, aber geht hier scheinbar nicht zur Schule. Die nächste Schule ist vierzehn Busstationen entfernt, zu weit weg, um es noch pünktlich zum Unterricht zu schaffen. Ich zweifele stark daran, dass er überhaupt zur Schule geht. Er hat etwas merkwürdiges an sich. Während wir uns ansehen, habe ich das Gefühl, er wartet nur darauf, dass ich meinen Blick abwende, so wie es die anderen Schüler immer tun, wenn er sie bedrohlich mustert. Ich tue es nicht, ich kann nicht. Ich wüsste gern, wer er ist und was er hier sucht? Es kursierten viele Gerüchte über ihn. Einige halten ihn für einen Schüler, der von unsere Schule geflogen ist, andere glauben er ist einfach nur einer von den vielen Straßenkindern, die sich nach einem normalen Leben sehnen. Ein drittes Gerücht besagte, er gehört einer Gang an und erledigt in deren Auftrag schlimme Dinge. Ich glaube nichts von alledem.
Als der fremde Junge merkt, dass ich seinem Blick standhalte, sieht er weg. Er schaut auf seine Armbanduhr. Was er dort sieht erschreckt ihn, denn seine Augen weiten sich. Er setzt sich in Bewegung und wird immer schneller. Schließlich rennt er in eine Seitenstraße und verschwindet aus meinem Blickfeld. Was für ein seltsamer Kerl!
"Enrico? Kommst du!", höre ich Anette rufen. Sie und die anderen Mädchen warten noch immer auf der Treppe auf mich. Ich rufe mich aus meinen Gedanken zurück und laufe zu ihnen. Es hat bereits zur ersten Stunde geläutet, ich habe es gar nicht gehört. Gemeinsam mit Anette und den Mädchen betrete ich das Schulgebäude.

Wie jeden Tag, bringe ich Anette nach der Schule ins Stadtzentrum. Sie hilft ihrer Mutter bei der Arbeit als Zimmermädchen in einem der Hochhäuser, so verdient sie sich unter der Hand etwas dazu. Es ist nicht viel, hilft den beiden aber ihren Lebensunterhalt zu sichern. Wie Anette das alles mit der Schule unter einen Hut bringt, bestaune ich. Meistens arbeitet sie bis acht Uhr Abends und muss danach noch ihre Hausaufgaben machen. Am nächsten Morgen steht sie schon um vier Uhr auf, um mit dem ersten Bus zur Schule zu fahren. Sie muss fünf Mal umsteigen, bis sie endlich da ist. Ich habe es da dank Raphael bequemer, seine Fürsorge hat manchmal auch etwas Gutes. Ich seufze bei dem Gedanken an ihn.
"Alles Okay? Du bist schon den ganzen Tag so traurig", fragt sie mich. Ihr kann ich nichts vormachen. Wir sind seit der ersten Klasse Banknachbarn und gute Freunde. Sie sieht mir sofort an, wenn etwas nicht stimmt.
"Es ist nur wegen Raphael!", versuche ich ihr zu erklären.
"Was ist denn mit ihm?", harkt sie nach, während wir die Straße vor der Schule überqueren und ins Stadtzentrum aufbrechen. Ich lege die Arme hinter den Kopf und verhake die Finger ineinander, so fühle ich mich beim Sprechen wohler.
"Wir wollten heute in den Park gehen, aber er muss wieder arbeiten. Ich sehe ihn so gut wie gar nicht mehr. Das nervt!"
"Mhm, verstehe ich! Meine Mutter arbeitet auch nur noch. Ich versuche ihr ja zu helfen, wo ich nur kann, aber es reicht trotzdem vorn und hinten nicht. Reich müsste man sein. Vielleicht sollten wir eine Bank ausrauben!", scherzt sie. Ich muss lachen bei dem Gedanken. Aber recht hat sie, mit mehr Geld könnten wir all unsere Probleme auf einen Schlag lösen. Ich seufze wieder. Wie schön wäre es doch, einen Bündel Geld einfach so auf der Straße zu finden.
"Jetzt lach doch mal wieder!" Anette sieht mich strahlend an und legt den Kopf schief. Ihre blaugrünen Augen funkeln wie Edelsteine. Ich kann nicht anders, ich muss grinsen, wenn ich sie so sehe.
"Schon besser!", lobt sie mich, "Du wirst sehen, es kommen auch wieder bessere Zeiten und wenn wir einen guten Abschluss bekommen, wer weiß, vielleicht können wir dann von hier wegziehen und ein besseres Leben führen. Ich glaube fest daran, dass wir hier nicht versauern werden. Weißt du, ich will mal Krankenschwester werden und anderen Menschen helfen. Schlecht verdienen würde ich dann auch nicht. Zumindest würde es für ein größeres Apartment, in einem bessern Viertel reichen." Das ist das erste Mal, dass Anette mir von ihren Zukunftsplänen erzählt. Krankenschwester, also! Das ist sicher der richtige Beruf für sie. Wenn sie ins Zimmer kommt, werden ihre Patienten schon allein durch ihr fröhliches Wesen schneller gesund.
"Das würde zu dir passen!", lasse ich sie wissen.
"Glaubst du?", fragt sie unsicher. Ich nicke ihr zu, ihr Lächeln wird breiter.
"Gut dann werde ich noch bessere Noten schreiben, vielleicht reicht es dann ja sogar um Ärztin zu werden. Und was ist mit dir? Wirst du wie dein Bruder Kfz-Mechaniker?" Das ist eine gute Frage. Alles sieht danach aus, immerhin habe ich die Ausbildung bei Reiner so gut wie sicher, aber Gedanken darüber, ob ich das wirklich will, habe ich mir nie gemacht. Es ist für mich selbstverständlich, meinem Bruder nachzueifern, dass wird mir jetzt erst bewusst.
"Ich weiß noch nicht!", antworte ich Anette, "Reiner würde mich bestimmt als Lehrling einstellen und es macht mir auch Spaß alte Autos zu reparieren, aber reich wird man davon nicht!" Anette fängt an zu schmunzeln. Ich sehe sie fragend an. Wieso grinst sie jetzt so schelmisch?
"Also willst du mal reich werden?", fragt sie mich argwöhnisch. Ja, warum eigentlich nicht? Man durfte ja zumindest davon träumen.
"Ja! Ich werde mal ein großer Geschäftsmann und habe eine Villa, mit zwei Hunden und einer schönen Frau, die viele Kinder von mir bekommt!", schwärme ich. Anette sieht mich verträumt an. Ob sie wohl die Dinge vor sich sieht, von denen ich spreche?
"Wie viele Kinder willst du denn?", fragt sie in einem verlegenen Tonfall. Ich überlege kurz. Auch darüber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht.
"Eine ganze Fußballmannschaft!", antworte ich spontan und muss über mich selbst lachen.
"So viele will ich nicht!", sagt sie ernst und sieht zu Boden.
"Tun es auch zwei?", will sie von mir wissen. Als sie mich wieder ansieht, läuft ihr Gesicht rot an. Was hat sie denn auf einmal? Ihre Frage hört sich an, als wenn sie die Anzahl der Kinder mit mir als Vater planen will. Ich sehe sie fragend an und ziehe dabei eine Augenbraue in die Höhe, ich bekomme ein unangenehmes Stechen im Magen. Sie wird doch nicht etwa mehr in mir sehen, als einen guten Freund?
"Ach vergiss es, wir sind da!", sagt sie lachend. Ihr Lächeln ist künstlich, ich kann ihr ansehen, dass sie die Frage ernst gemeint und ihr meine Reaktion darauf nicht gefallen hat. Also liegt ihr doch mehr an mir? Ich weiß nicht, was ich ihr sagen soll, für mich ist sie wie eine kleine Schwester, sie ist meine beste Freundin und das soll auch so bleiben.
"Wir sehen uns dann Montag in der Schule!", verabschiedet sie sich von mir und verschwindet eilig in einem der Hochhäuser vor uns. Ich sehe ihr noch einen Moment lang nach und frage mich, ob es wirklich sein kann, dass sich Anette in mich verliebt hat. Ich schüttle mit dem Kopf, bestimmt nicht, dafür kennen wir uns einfach zu lange.

Mit der U-Bahn fahre ich zum Park, als ich ihn erreiche folge ich dem Weg, ohne ein festes Ziel vor Augen. Die Hände stecke ich in die Hosentasche und trete einen kleinen Kieselstein vor mir her. Was soll ich mit dem heutigen Tag anfangen? Nach Hause will ich nicht, dort macht mich die leere Wohnung verrückt. Meine Freunde haben alle etwas vor, Alex muss zur Musikschule, er spielt Schlagzeug und hat jeden Mittwoch und Freitag Unterricht. Anette muss Arbeiten, Jimi und Rene dürfen keine Freunde mit nach Hause bringen und alle anderen wohnen zu weit weg. Auf eine Reise quer durch New York habe ich keine Lust. Gelangweilt setze ich einen Fuß vor den anderen und muss an Raphael denken. Normalerweise wäre ich jetzt mit ihm hier und hätte gar keine Langeweile. Ich hasse es, dass er immer zu arbeiten muss. Wütend trete ich gegen den Stein und schleudere ihn über die grüne Wiese, er schlägt gegen die Stützen einer Harvpipe. Ich folge ihm mit den Augen und erschrecke. Da ist er wieder! Augenblicklich bleibe ich stehen.
Der Junge von heute Morgen fährt auf einem Skateboard die Pip hoch und wieder runter, er sieht mich nicht an, sondern ist voll und ganz auf das Skaten konzentriert. Seine Sprünge sind gewagt, noch nie habe ich jemanden so aggressiv fahren sehen. Er schießt die Pip hinauf, dreht sich etliche Male um sich selbst und kracht mich rauschenden Rollen wieder auf. Das ist verrückt, aber interessant, so etwas will ich auch können. Ich habe zwar schon oft versucht mir das Skaten selbst beizubringen, aber ich scheine kein Talent dafür zu besitzen. Vielleicht kann er es mir ja beibringen? Wieder spüre ich das Verlangen danach, mehr über ihn herausfinden. Ich gehe auf die Pip zu und bleibe neben ihr stehen. Noch immer sieht er mich nicht an. Er ist hochkonzentriert und scheint alles um sich herum vergessen zu haben.
Wie soll ich ihn auf mich aufmerksam machen? Ich kann ihn ansprechen, aber was sage ich?
"Aha, also hier treibst du dich immer rum, anstatt zur Schule zu gehen!", höre ich mich selbst sagen. Mir ist als wenn die Worte von allein kommen. Der Blick des Jungens wendet sich mir zu. Seine Augen sind weit aufgerissen, sein Gesicht wird von einem Moment auf den anderen kreidebleich. Habe ich ihn erschreckt? Ich dachte ich habe es mit einem abgebrühten Gangster zu tun, die Geschichten scheinen doch nicht wahr zu sein.
Der Junge verliert den Halt auf seinem Bord, er fällt und rutsch auf den Knien die Pip hinunter. Erschrocken sehe ich ihm dabei zu, das ist es nicht, was ich gewollt habe. Er verzieht das Gesicht zu einer schmerzverzerrten Fratze, kein Wunder, er hat noch immer die kurzen Jeans an und trägt keine Schützer. Er bleibt in der Mitte der Pip auf den Knien sitzen und sagt keinen Ton. Ich laufe auf ihn zu und will nach ihm sehen. Ob er sich sehr schwer verletzt hat?
"He, alles Okay?“, frage ich ihn. Ich strecke meine Hand nach ihm aus und will ihm wieder auf die Beine helfen. Der Junge reagiert nicht, er funkelt mich böse an und schlägt schließlich meine Hand weg.
"Wer bist du? Was willst du von mir?", faucht er mich an. Er steht allein auf, klemmt sein Bord unter den Arm und geht einen Schritt zurück. Ich verstehe nicht, warum er gleich so aggressiv wird. Es ist ja nicht meine Absicht gewesen, dass er sich erschreckt und hinfällt. Ich lege die Hände hinter den Kopf und verhake die Finger ineinander. Was soll ich ihm antworten? Ich weiß ja selbst nicht, was ich von ihm will. Anstatt etwas zu sagen, lächele ich einfach verlegen und lege meinen Kopf schief. Der Dackelblick hilft bei Raphael immer, wenn er wütend ist, vielleicht beschwichtigte es auch diesen Jungen.
Jetzt wo ich ihm nah bin, kann ich mir ein genaueres Bild von ihm machen, er hat tatsächlich smaragdgrüne Augen. Seine schwarzen Haare sind verschwitzt und kleben in Strähnen aneinander, die Jacke, von heute Morgen, hat er ausgezogen, sie liegt im Gras neben der Pip, seine Jeans hat nun ein Loch und zwei dunkle Flecken mehr. Seine Knie sind aufgeschürft, Blut läuft seine Beine hinab. Ihn scheint das nicht zu stören, er sieht nicht einmal nach seinen Wunden. Ich finde ihn noch immer merkwürdig, aber nicht minder interessant.
„Hau ab und lass mich in Ruhe!“, knurrt er, als er die Geduld mit mir verliert. Er stellt sich auf sein Bord und fährt weiter, als wenn nichts gewesen wäre. Seine Aufmerksamkeit gehört wieder dem Skaten, mir schenkt er nicht einen Blick. Glaubt er wirklich, mich so einfach loszuwerden? Ich nehme meinen Rucksack ab und lege ihn ins Gras, dann schnalle ich mein Skateboard ab, das ich mit einen Gürtel an meinem Rucksack befestigt habe. Ich will das auch können und stelle mein linkes Bein auf das Bord, dann hole ich mit dem rechten Schwung. Es wäre ja gelacht, wenn ich diesen Kerl nicht einholen und seine Aufmerksamkeit wieder auf mich lenken kann. Ich fahre neben ihm die Pip hoch und wieder hinunter und versuche den nötigen Schwung zu bekommen, um wie er, bis an den Rand der Pip zu kommen. Je höher ich fahre, um so schneller spüre ich mein Herz schlagen, das Adrenalin schießt in meine Adern, meine Handinnenflächen werden feucht. Ich habe das noch nie gemacht und rechne jeden Moment damit, vom Bord zu fallen. Meine Beine zittern und fühlen sich an wie Wickelpudding, aber vor diesem Kerl werde ich mir nicht die Blöße geben und absteigen, er hat meinen Ehrgeiz geweckt. Der Fahrtwind schlägt mir meine blonden Haare ins Gesicht, die ersten Schweißperlen rollen meine Schläfe hinab. Nur noch ein bisschen, dann bin ich auf seiner Höhe. Ich hole noch einmal Schwung, während ich die Pip wieder nach unten rausche. Zu schnell fahre ich an der anderen Seite wieder hinauf, ich spüre sofort, dass ich mich überschätzt habe. Ein Stich durchfährt mein Herz, ich kann ein Kribbeln spüren, dass sich durch jede Faser meines Körpers zieht, dann sehe ich alles in Zeitlupe ablaufen. Meine Füße verlieren den Halt auf dem Bord, ich falle auf die Knie. Bevor ich wirklich realisiere, was passiert ist, rutsche ich auf Händen und Knie in die Mitte der Pip. Ich brauche einen Moment, um mich neu zu orientieren. Meine Hände brennen wie Feuer, ich wage nicht sie mir anzusehen, ein stetes Pochen in meinen Knien verrät mir, dass auch sie in Mitleidenschaft gezogen wurden sind. Ich beiße die Zähne aufeinander und sehe mich nach dem fremden Jungen um. Er schaut nur kurz in meine Richtung, schüttelt abfällig mit dem Kopf und fährt weiter. Er hält mich scheinbar für einen hoffnungslosen Fall. Ich richte mich schwerfällig auf, aufgeben kommt für mich nicht in frage, diesen Triumph gönne ich ihm nicht. Ich stelle mich auf das Bord und unterdrücke den Schmerz in meinen Knien, wieder hole ich Schwung und fahre ihm nach. Ich schaffe drei Runden hinauf und wieder runter, dann falle ich erneut, ich rutsche in die Mitte der Pip und suche nach meinem Rivalen. Dieses Mal schenkt der fremde Junge mir nicht einmal einen Blick, nur ein kurzes Schmunzeln leuchtet auf seinen ernsten Gesichtszügen auf. Dem will ich es zeigen! Ich stehe auf, versuche es erneut, falle, stehe auf, falle, stehe auf. Nach einer halben Stunde bin ich übersät mit blauen Flecken und Schürfwunden. Ich kann nicht mehr und bleibe auf der Stelle sitzen, auf der ich nach meinem Sturz aufgekommen bin. Jeder Muskel meines Körpers schmerzt, mir ist, als wenn ich von einem Zug überrollt wurden wäre. Mein Atem verlässt Stoßweise meine Lunge, ich bin klitschnass geschwitzt. Von meinen strähnigen Haaren tropfen mir die Schweißperlen ins Gesicht. Mit den Augen suche ich den fremden Jungen, er fährt langsamer und sieht in meine Richtung. Seinen Blick kann ich nicht deuten, mir ist als wenn er einen inneren Kampf zwischen Gleichgültigkeit und Sorge ausfechten muss.
„Wie machst du das nur?“, frage ich ihn und lasse mich zurückfallen, bis ich die Pip im Rücken spüren kann. Ich brauche ganz eindeutig eine Pause.
Das Rauschen der Rollen seines Bords verstummen neben mir, ich kann seine wunden Beine erkennen, als ich zur Seite blicke. Das Blut an ihnen ist bereits verkrustet und eingetrocknet. Warum kommt er jetzt zu mir? Habe ich mir die Sorge in seinem Blick also doch nicht eingebildet?
„Du bist verrückt! Wenn du so weiter machst, bringst du dich noch um!“, mahnt er mich und das von Jemandem der selbst wie der Teufel auf der Flucht fährt. Ich lächele ihn schelmisch grinsend an.
„Du fährst doch selbst, als wenn du dich umbringen willst!“, entgegne ich ihm.
„Ja, aber im Gegensatz zu dir, weiß ich was ich tue!“ Da hat er nicht ganz unrecht. Ich nicke anerkennend.
„Kannst du mir nicht das Skaten beibringen?“, frage ich ihn.
„Ich glaube nicht, dass ich die Zeit dafür habe“, erklärt er mir und reicht mir seine Hand. Wusste ich es doch, dass er entgegen aller Gerüchte, ganz nett ist. Ich greife nach seiner Hand und lasse mir von ihm auf die Beine helfen, dabei überhöre ich, was er gesagt hat. Seine finsteren Gesichtszüge haben sich aufgehellt, er hat ein entschuldigendes Lächeln aufgesetzt. Seine smaragdgrünen Augen durchbohren mich und nehmen mich einmal mehr gefangen. Mir ist, als wenn ich für einen kurzen Moment meine Zukunft sehe, die auf seltsame Weiße mit ihm verwoben ist. Ich erwische mich dabei, wie ich den Blick nicht abwenden kann. Was ist nur los mit mir?

Erst das Läuten einer Glocke ruft mich aus meinen Gedanken zurück. Mit diesem Geräusch verbinde ich nur eines: Eis! Augenblicklich vergesse ich, was mich gefangen genommen hat, ein breites Grinsen stiehlt sich auf mein Gesicht. Eis ist jetzt genau das Richtige, um die blauen Flecken und Schürfwunden zu vergessen.
„Kommst du mit ein Eis essen?“, frage ich den Jungen, dessen Namen ich noch immer nicht kenne. Er sieht mich überrascht an. Verwirrt ihn meine Frage denn so sehr?
„Komm schon! Fabio hat das beste Eis der ganzen Stadt! Wenn wir uns nicht beeilen, müssen wir ne Stunde anstehen“, übertreibe ich. Ohne eine Antwort abzuwarten, beginne ich mich in Bewegung zu setzen, ich schnappe mir mein Skateboard und schnalle es wieder an meinem Rucksack fest. Dann nehme ich ihn hoch und sehe noch einmal über die Schulter zurück. Der Junge steht unschlüssig an der selben Stelle, an der ich ihn zurück gelassen habe, scheinbar brauch er eine Extraeinladung.
„Komm schon! Ich gebe eine Kugel aus!“, schlage ich ihm vor, dann laufe ich los. Die Verletzungen habe ich bereits vergessen, mit der Aussicht auf ein Eis von Fabio, spüre ich keinen Schmerz mehr. Ich laufe über die grüne Wiese, auf den Gehweg zu, ich muss nicht weit rennen, bis ich Fabios Eiswagen erreicht habe. Er ist rundherum mit bunten Farben bemalt. Rote, gelbe, grüne und blaue Farbkleckse im Hintergrund und Kinder mit Eistüten im Vordergrund. Immer wenn ich diesen Wagen sehe, bekomme ich gute Laune. Bis jetzt hat Fabio noch keine Kunden, heute bin ich sein Erster. Als er mich erkennt, lächelt er mich wissentlich an, er weiß bereits was ich haben möchte.
„Hallo Enrico!“, begrüßt er mich, „Eine Kugel Vanilleeis, wie immer?“ Ich nicke, während ich mich auf die Knie stütze und versuche wieder zu Atem zu kommen.
Fabio nimmt sich eine Eistüte und füllt eine Kugel Vanilleeis hinein. Erwartungsvoll beobachte ich ihn dabei, bis sich mir jemand von der Seite nähert. Im Augenwinkel kann ich erkennen, dass mir der Junge gefolgt ist. Ich schenke ihm ein fröhliches Lächeln, dann nehme ich das Eis entgegen, das Fabio mir reicht. Ich lecke einmal genüsslich über die Kugel, dann sehe ich zu dem Jungen zurück.
„Was willst du haben?“, frage ich ihn. Er zögert und sieht sich die Liste mit den Eissorten an. Ich beobachte ihn aufmerksam, er braucht eine gefühlte Ewigkeit, um sich zu entscheiden. Hinter uns hat sich schon eine lange Schlange gebildet. Zwanzig ungeduldige Menschen warten darauf, dass wir endlich fertig werden. Selbst Fabio, den sonnst nichts aus der Ruhe bringt, schaut uns ungeduldig an.
„Schokolade?“, fragt der Junge mich schließlich, als wenn er eine Bestätigung braucht.
„Eine Kugel Schokolade!“, gebe ich an Fabio weiter. Während er das Eis fertig macht, krame ich aus meiner Hosentasche einen Doller und fünfzig Cent. Ich kenne die Preise auswendig und weiß das es reicht. Das Geld lege ich auf die kleine grüne Ablage auf dem Tresen des Eiswagens, dann nehme ich Fabio die Eistüte aus der Hand. Ich reiche sie an den Jungen weiter und mache den Platz frei, für die alte Frau mit den kleinen Jungen an ihrer Hand, die hinter mir stehen. Ich schenke dem Eis in meiner Hand meine ganze Aufmerksamkeit, während ich langsam dem Weg folge. Es beginnt bereits zu schmelzen, ich muss schnell über die Kugel und die Waffel lecken, bevor es über meine Finger läuft. Fröhlich schlecke ich vor mich hin und sehe dann wieder zu dem fremden Jungen, der mir in langsamen Schritten gefolgt ist. Argwöhnisch betrachtet er sein Eis und schaut mich immer wieder fragend an.
„Was muss ich für das Eis tun?“, will er von mir wissen, ich sehe fragend zurück. Was meint er damit? Glaubt er wirklich, dass ich eine Gegenleistung für das Eis verlange? Er ist immer noch ziemlich merkwürdig. Ich überlege einen Moment, dann fällt mir eine passende Antwort ein:
„Wie wäre es, wenn du mir deinen Namen verrätst?“ Ich ernte einen weiteren argwöhnischen Blick. Muss er wirklich erst überlegen, ob er mir seinen Namen anvertrauen kann?
„Toni!“, sagt er schließlich kleinlaut. Toni, also! Der Namen ist schön kurz, den werde ich mir merken können.
„Ich bin Enrico“, entgegne ich ihm. Er Lächelt und ich habe den Eindruck, dass er das zum ersten Mal, seid ich mit ihm zu tun habe, mit ganzem Herzen tut.

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Nur wer die Hölle kennt, weiß den Himmel zu schätzen.


Zuletzt von Enrico am Mi März 07, 2012 10:01 pm bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet
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