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 22. Kapitel ~Ein neues zu Hause~

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Enrico
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BeitragThema: 22. Kapitel ~Ein neues zu Hause~   Di März 08, 2016 12:42 pm

22. Kapitel
~Ein neues zu Hause~

„Wie weit müssen wir denn noch laufen?“, jammere ich. Wir sind jetzt schon seit gut einer Stunde unterwegs. So langsam müssen wir doch mal ankommen. Meine Beine tun mir weh, ich bin heute schon genug gelaufen und der blöde Gitarrenkoffer wird auch immer schwerer. Toni reagiert nicht, er steuert stur ein unbekanntes Ziel an und läuft schon eine ganze Weile stumm vor uns her.
„Ich bin müde!“, murmle ich und sehe hilfesuchend zu meinem Bruder. Raphael seufzt und geht dann vor mir in die Hocke. Ich darf auf seinen Rücken? Ja!
„Ich schwöre dir, der führt uns geradewegs in unser Verderben!“, mutmaßt mein Bruder, während ich auf seinen Rücken steige. Schwerfällig steht er wieder auf. Ich bin sicher viel zu schwer, aber ich bin froh für die kurze Verschnaufpause und schlinge meine Arme um seinen Hals, meinen Kopf lege ich auf seiner Schulter ab.
„Er weiß schon was er tut!“ Das hoffe ich zumindest. Bisher hat sein Plan funktioniert. Wir sind keinem Drachen begegnet, dafür wird mir die Gegend immer unheimlicher. Die Straßen werden immer schlechter, die Häuser immer heruntergekommener. In den baufälligen Ruinen lebt bestimmt niemand mehr. Führt uns Toni deswegen hier her? Je weiter wir gehen, um so weniger Wohnhäuser sind zu sehen, dafür steht am Ende der Straße eine alte Fabrik, die von einer hohen Mauer umgeben ist. Viele der Ziegel sind zerschlagen oder abgebrochen. Auch das Fabrikgebäude dahinter ist in einem erbärmlichen Zustand. Die Fensterscheiben sind zerbrochen, der Putz an großen Flächen herabgefallen. Die Uhr in der Mitte ist stehen geblieben, ein Zeiger fehlt. Dort wird sicher nichts mehr hergestellt. In der Mitte der Mauer ist ein Tor eingelassen, das mit einer dicken Eisenkette und einem Schloss gesichert ist.
„Wir sind da! Hier wollte ich hin!“, erklärt uns Toni und bleibt vor dem Tor stehen. Wir lassen unseren Blick über den Innenhof schweifen. Die Bodenplatten sind überwuchert, über all stehen Sträucher und kleine Bäume wachsen aus dem Mauerwerk der Fabrik. Argwöhnisch sehen Raphael und ich uns an. Selbst unser Haus ist in einem besseren Zustand.Toni stellt seine Tasche ab, der Kater bewegt sich darin und miaut kläglich, doch anstatt ihn heraus zu lassen, kramt er ein Ledertässchen heraus. Was da wohl drin ist? Raphael lässt mich von seinem Rücken steigen und muss sich erst mal strecken. Ich bin inzwischen wirklich zu schwer für ihn geworden.
Mit dem Werkzeug aus dem Tässchen macht sich mein Freund an dem Schloss zu schaffen. Er brauch nur einen geübten Handgriff, dann öffnet es sich. Ich wusste gar nicht, dass er so etwas kann. Die Kette löst er aus dem Tor und schiebt es auf. Sollen wir wirklich dort rein? Ist das nicht verboten? Außerdem ist es dort stockfinster, das Licht der Straßenlaternen reicht gerade mal bis zum Eingang der Fabrik. Ich wage nur zwei Schritte auf das verlassene Grundstück und greife nach der Hand meines Bruders, als er zu mir kommt. Hier ist es unheimlich. Die Sträucher und Bäume werfen bedrohliche Schatten, in der alten Fabrik knarrt und knackt es. Die lose Tür des Haupteingangs wird vom Wind bewegt und schlägt immer wieder auf und zu. Dort drin spukt es sicher.
Toni schließt das Tor und bringt Kette und Schloss wieder an. Ich schlucke schwer und betrachte ihn vorwurfsvoll. Wie sollen wir hier wieder raus kommen? Ich kann keine Schlösser knacken und Raphael auch nicht.
„Keine Sorge, es gibt noch andere Eingänge, aber durch die währen wir nicht mit unserem ganzen Zeug gekommen“, erklärt er. Hat er mir meine Gedanken am Gesicht ablesen können? Aus seiner Tasche kramt Toni eine Taschenlampe, dann geht er vor. Zum Glück hat er sie eingepackt, doch die Schatten tanzen nun erst recht in jedem Winkel. Ich halte mich eng an meinen Bruder, der belustigt auf mich herab schaut. Was grinst er denn so breit.
„Was denn Bruderherz? Du hast doch nicht etwa Angst!“ Gemeiner Kerl!
„Doch! Da drin gibt es bestimmt Gespenster!“ Raphael lacht laut los und auch Toni sieht mich belustigt an. Was gibt es da denn so doof zu schauen? Haben sie sich diese Bruchbude nicht richtig angeschaut? Es pfeift und knarrt dort an jeder Ecke.
„Ehrlich? Meinen Chef kannst du töten und hier hast du Angst?“, will Toni belustigt wissen.
„Ich hatte auch Angst, als der Kerl auf mich gezielt hat! Ich bin nur deinetwegen nicht weggelaufen!“ Toni sieht unter meinem Blick verschämt hinweg, das Grinsen ist von seinem Gesicht verschwunden.
„Wieso müssen wir unbedingt in diese Gruselfabrik?“, will ich wissen, als wir vor dem Haupteingang stehen bleiben.
„Hier habe ich mein erstes Jahr auf der Straße verbracht. Wenn wir Glück haben sind noch ein paar meiner Sachen da und hier her verirrt sich nicht mal ein Penner.“
„Ach ja? Warum nicht?“ Das wüsste ich auch zu gern.
„Weil hier ab und an mal Deals der Italiener laufen. Aber so weit ich weiß wickeln sie ihre Geschäfte mittlerweile am Hafen ab.“
„Na super und wenn du dich irrst!“
„Reg dich wieder ab Raphael! Wo sind wir sicher als auf einem Stück Land das den Feinden der Drachen gehört?“
„Ich hasse deinen Freund schon jetzt?“

Gemeinsam betreten wir eine große Halle, die von zwei langen Reihen Stützpfeiler getragen wird. Alles ist Staubig, Glas und Dreck verteilen sich auf dem Boden. Immer wieder stolpere ich über Steine oder leere Flaschen. Und hier sollen wir von nun an wohnen? Die Scheiben, der langen Fensterfront, sind bis auf zwei alle zerbrochen. Der Wind heult durch die Halle und schlägt immer wieder die Eingangstür zu. Hier werde ich mit Sicherheit kein Auge zu machen.
„Für heute Nacht sollten wir hier in der Halle bleiben und bei Tag schauen, wie die anderen Räume aussehen. Nicht das wir durch irgend ein morsches Loch brechen, oder so!“, schlägt Toni vor und richtet den Lichtkegel der Taschenlampe auf eine Wand.
„Dort hinten ist ein Kamin, wenn wir Holz finden und irgendwo Streichhölzer her bekommen, können wir ein Feuer machen! Nachts wird es hier echt kalt und uns steht auch noch der Winter bevor!“ Ich hasse Kälte. Die Aussicht hier frieren zu müssen gefällt mir nicht! Raphael löst meine Hände von sich und geht Toni entgegen.
„Gib mal her!“, fordert er und nimmt ihm die Taschenlampe an. Damit leuchtet er die Halle aus. Überall liegt Schutt und Müll, etwas Holz ist auch dabei. Vielleicht reicht es für ein Feuer, um uns die Nacht warm zu halten. So lange wir noch gelaufen sind, ist mir warm gewesen, doch je länger wir herumstehen, um so kälter wird mir. Nicht auszudenken, wenn wir erst mal sitzen oder liegen. Während Raphael uns mit der Taschenlampe den Weg weißt suchen wir alles Holz und brennbares Material zusammen, das wir finden können und werfen es in den Kamin. Altes Zeitungspapier ist auch dabei, das stopfe ich zwischen die Holzscheitel. Raphael kramt eine Packung Streichhölzer heraus und zündet damit das Papier an. Warum er die wohl dort drin hat? Raucht er etwa wieder heimlich? Ich dachte damit hat er aufgehört? Während ich ihn mahnend ansehe, knistert das Feuer im Kamin und wirft bedrohliche Schatten an die Wände. Jeder Stützbalken tanzt als Monster hin und her. Das Licht reicht nicht aus, um die riesige Halle auszuleuchten. Der hintere Teil bleibt im Schatten verborgen und genau dort knallt immer wieder die Eingangstür ins Schloss. Ich wende meinen Blick davon ab und betrachte die Flammen, die sich in das Hold fressen. Der Qualm wölbt sich darüber und zieht nur schwach über den Schornstein ab. Sicher ist der schon ewig nicht mehr gereinigt worden. Wahrscheinlich ist er mit irgendwas verstopft. Hoffentlich zieht genug ab, damit wir hier drin nicht ersticken. Auch Raphael sieht besorgt dem Rauch dabei zu, wie er sich aus dem Kamin wölbt.
„Wir sollten nicht direkt davor schlafen!“, schlägt er vor. Aber nur unmittelbar dort wird es angenehm warm. Durch die kaputten Fenster weht unaufhörlich ein starker Wind und trägt alle Wärme davon. Wenn es hell wird müssen wir uns unbedingt etwas einfallen lassen. So werden wir einen Winter hier ganz bestimmt nicht überstehen.
„Für heute Nacht wird es schon reichen!“, meint Toni und setzt sich vor den Kamin. Er sieht müde und geschafft aus. Ich kann es ihm nachempfinden, wenn ich jetzt zu Haus in meinem weichen Bett liegen würde, wäre ich sicher sofort eingeschlafen, aber hier. Ich werfe noch einen Blick in die Dunkelheit hinter mich. Ob es hier irgendwelche Tier gibt? Mal von Spinnen und Insekten abgesehen, laufen hier bestimmt auch Nager und wilde Hunde rum, oder? Als ich wieder nach vorn sehe, zieht Toni seine Tasche zu sich und öffnet den Reizverschluss. Ein pelziger, weißer Kopf schaut heraus. Die rosane Nase schnüffelt nervös umher, schließlich verschwindet der Kopf wieder in der Tasche. Dem Kater ist unsere neue Behausung eben so suspekt, wie mir.
„Du alter Feigling!“, lacht Toni streichelt den Kater in der Tasche. Ich will das auch mal machen. Der Perser sieht so weich und flauschig aus. Ich setze mich zu ihm. Ein kehliges Fauchen kommt aus der Tasche. Als ich die Hand danach ausstrecke, kommt mir eine krallenbesetzte Pfote entgegen. Toni drückt meine Hand noch im richtigen Moment weg.
„Lass das lieber, er mag keine Fremden!“, rät er mir.
„Ist der immer so angriffslustig?“
„Ja, lass lieber die Finger von ihm!“
„Aber du kannst ihn auch streicheln!“, protestiere ich.
„Na toll, eingesperrt mit einem Raubtier und einem Auftragskiller in einer Fabrik die uns früher oder später auf den Kopf fallen wird. Kann es noch schlimmer werden?“ Wie auf ein geheimes Stichwort, raschelt es seltsam im Kamin, etwas löst sich im Schornstein und fällt in das knisternde Feuer. Funken stieben in unsere Richtung und wir weichen alle zurück. Was ist das gewesen?
„Will jemand tote Taube zum Abendbrot?“, meint Toni belustigt und stochert mit einem Holzstück in dem Kadaver herum. Die Federn fangen Feuer und brennen rauchend. Dieses mal zieht es besser ab, dafür stinkt es entsetzlich. Wie lange das Tier wohl schon im Schornstein lag? Es sind nur noch die Federn und Knochen übrig.
„Danke Bruderherz, für unser tolles neues Leben!“, schimpft Raphael in meine Richtung und begräbt das tote Tier unter einem Berg Holz. Ich ziehe die Beine an und schlinge meine Arme um die Knie. Es tut mir doch leid, was soll ich denn noch sagen? Ich kann es doch nicht mehr rückgängig machen. Den Kopf lege ich auf die Knie und muss schon wieder heulen. Das alles habe ich nicht gewollt.
„Wir sollten versuchen zu schlafen, wenigstens ein paar Stunden!“, schlägt mein Bruder vor und legt sich zu mir. Als ich verstohlen zu ihm sehe, öffnet er seine Jacke und zieht mich zu sich.
„Tut mir leid“, flüstert er mir zu und legt seine Arme um mich. Die Jacke unseres Vaters ist ihm um drei Nummern zu groß. So reicht sie, um mich mit darin einzupacken.
„Es tut mir wirklich leid“, schluchze ich noch immer.
„Schon gut! Hauptsache dir ist nichts passiert. Wir machen einfach das Beste daraus. Wie immer!“
„Okay!“ Ich schniefe noch einmal, dann rolle ich mich in den Armen meines Bruders ein. Er ist schön warm. Ein Glück ist er hier. Sollen diese Drachen doch unser Haus haben und alles andere, Hauptsache sie lassen meinen Bruder und meine Freunde in Ruhe. Irgendwie kommen wir schon klar. Das sind wir immer. Ich schließe die Augen und versuche zu schlafen.

...~*~...

Wie gut es Enrico doch hat, er hat wenigstens seinen großen Bruder, der sich um ihn sorgt und der ihn beschützt. Toni betrachtet die beiden Brüder und wendet sich erst ab, als sie sich nicht mehr bewegen. Er hätte jetzt auch gern jemanden, der ihn in den Arm nimmt und ihm sagt, dass alles gut wird. Seufzend sieht er in die Flammen und dem toten Vogel beim Verbrennen zu. Mit der Hand fährt er über das glatte Fell seines Katers, der sich noch immer nicht aus der Tasche traut. Das Tier schnurrt, doch das knisternde Feuer und die Tür sind lauter. Wilde Schatten tanzen an den Wänden und der Wind heult laut durch die eingeschlagen Fenster. Enrico hat recht, es ist unheimlich. Toni hat die Nächte hier ganz verdrängt, doch dafür spucken sie jetzt umso deutlicher in seinem Geist. Einmal hatte sich ein Hund hier her verirrt und ihm seine ganzen Vorräte weggefressen, als er ihn vertreiben wollte, hat er ihn in den Arm gebissen. Es hat ganze vier Wochen gedauert, bis der Biss verheilt war. Ab und an kam auch einer dieser Italiener vorbei und hat ihn vertrieben. Manchmal auch auf ihn geschossen. Vielleicht ist es doch keine so gute Idee gewesen, hier her zu kommen, aber wusste sonst keinen Ort. Hoffentlich stimmt seine Information, dass diese Kerle jetzt wo anderes ihre Geschäfte abwickeln.
Und Michael und Butch? Werden sie noch immer nach ihnen suchen? Warum musste Enrico auch gleich einen Volltreffer landen? Wenn Denijel nicht tödlich verwundet wäre, vielleicht würden die Drachen dann … nein es macht keinen Unterschied. Wenn sie ihnen in die Hände fallen, dann blüht ihnen ein qualvoller Tod. Unbarmherzig frisst sich der Abend im Hochhaus in seine Gedanken, als er Michael beobachtet hat. Wird er sie auch totprügeln und dabei verbrennen? Ein fetter Kloß presst sich in seine Kehle und lässt ihn schwer schlucken. Die Beine zieht er eng an den Körper und umschlingt sie mit den Armen. Einen verstohlenen Blick wirft er dabei auf die beiden Brüder. Sie haben Glück, dass sie nicht ahnen, mit wem sie es zu tun haben, sonst würden sie sicher nicht so friedlich schlafen können. Jetzt wo er nicht mehr handeln muss, damit sie überleben, jetzt wo er mit seinen Gedanken allein ist, kann er nichts mehr gegen die Tränen unternehmen, die in immer neuen Bächen von seinen Wangen fließen. Eigentlich hat er gar keine Ahnung, wie er sich und die Brüder vor der Wut seines Clans schützen soll. Bisher haben die Drachen noch mit jedem kurzen Prozess gemacht und die haben nicht mal ihren Chef auf dem Gewissen gehabt. Er will sich gar nicht ausmalen, welche Hebel Michael in diesem Fall in Bewegung setzen wird. Wenn er nun doch herausfindet, wo sie sich versteckt halten und seine Leute hier her schickt? In jedem Schatten glaubt Toni die dunkle Gestalt des Hünen zu sehen. Er zittert am ganzen Körper und vergräbt schließlich den Kopf auf den Knien. Lautlos fallen immer mehr Tränen auf seine Hose und weichen sie ein. Sie werden sicher sterben, wenn nicht heute, dann an einem anderen Tag und er ist nur kleiner Junge. Was soll er schon gegen diese Männer ausrichten? Immer mehr warme Tropfen fallen ihm in den Schoß. Leise hört er sich schluchzen und kann einfach nicht aufhören damit. Er hätte sich und Enrico einfach töten sollen, das hätte ihnen viel Leid erspart.

Der Kater in seiner Tasche bewegt sich, er faucht wieder und springt schließlich in die Dunkelheit davon. Was hat er denn auf einmal? Etwas warmes lehnt sich gegen seinen Rücken, zwei Arme schließen ihn ein. Erschrocken fährt er zusammen, doch die Umarmung wird nur noch fester.
„Du bist ganz kalt“, haucht ihm die Stimme seines Freundes ins Ohr. Ihm ist auch kalt, eiskalt! Mit zitternden Fingern greift Toni nach den warmen Armen, die ihn festhalten. Hat er ihn mit seinem Geheul geweckt? Das wollte er nicht. Er wirft einen Blick zum großen Bruder, der schnarcht und liegt noch so da, wie eben.
„Sie dürfen uns nicht fangen“, murmelt er mit bebenden Lippen.
„Das werden si … nich... wir laufen ihnen … einfa … davo...“, nuschelt Enrico immer leiser. Das Gewicht seines Körpers lastet immer schwerer auf ihm. Als Toni sich nach ihm umdreht, hat er die Augen geschlossen. Er wird doch nicht etwa so einschlafen wollen? Dieser verrückte Kerl. Wieso ist er nicht bei seinem Bruder liegen geblieben, in seiner Jacke ist es doch sicher viel wärme und in seinen Arme fühlt man sich bestimmt sicher.
„Enrico?“ Der Blonde rührt sich nicht. Er ist wirklich in dieser ungemütlichen Haltung eingeschlafen? Toni schüttelt über ihn den Kopf und lässt sich zur Seite auf seine Tasche fallen. Als Enrico mit ihm umkippt, fängt er ihn auf und umarmt nun ihn.
„Danke“, flüstert er in sein Gesicht und küsst die warmen Lippen. Ein Lächeln erhellt die Gesichtszüge des Blonden. Er ist noch wach? Hat er etwa schon wieder nur so getan?
„Ich passe auf dich auf!“, murmelt er. Ja das wird er tun, das hat er heute schon getan. Toni lehnt den Kopf an den Brustkorb des Blonden und schließt die Augen. Alles ist gut, so lange sie nur zusammen bleiben, versucht er sich einzureden.

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Nur wer die Hölle kennt, weiß den Himmel zu schätzen.
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